Drastischer Einschnitt für Herrschinger Insel

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Herrsching - Die Herrschinger Insel ist gewohnt, dass die Gemeinde großzügig Personalkosten übernimmt. Mietfrei untergebracht ist der Verein auch. Da es nun angeblich fünfstellige Rücklagen gibt, wird der Zuschuss gekürzt: "Alles andere ist es dem Bürger nicht vermittelbar", sagt Bürgermeister Christian Schiller.

Hat die Herrschinger Insel zu viel auf der hohen Kante? Der Herrschinger Gemeinderat weiß es nicht genau und bittet daher um Einsicht in die Konten. Der jährliche Personalkostenzuschuss wurde jedenfalls drastisch zusammengestrichen.

„Nichts ist schlimmer, als wenn die Insel nicht mehr läuft“, sagte BGH-Gemeinderätin Anke Strobl bei der Herrschinger Haushaltsberatung am Montag. Sie griff eine Diskussion auf, die zuvor offenbar in einer Klausurtagung des Gemeinderates schon stattgefunden hatte. Bürgermeister Christian Schiller widersprach dieser Aussage nicht, „der Fortbestand muss gesichert sein“. Aber wie in den nichtöffentlichen Vorberatungen bereits ausgemacht, wird die Gemeinde den Zuschuss für die soziale Anlaufstelle in diesem Jahr kürzen – und zwar um 20 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr auf 35 000 Euro.

Offenbar gibt es nach dem Wechsel der Vorstandschaft unterschiedliche Aussagen zu den Kassenbeständen der Insel. Während die einen sagten, es gibt nichts, ist dem Vernehmen nach tatsächlich wohl eine fünfstellige Summe auf dem Konto. Geld, dass sich aus Tombola-Einahmen, Spenden und dergleichen zusammensetze. CSU-Gemeinderätin Hannelore Doch, die dem aktuellen Vorstand als Beisitzerin angehört, spricht von einem „schönen Sümmchen“, nennt aber keine Summe. Auch Schiller nennt keine Zahl. „Wir haben aber Kenntnis, dass ein sehr großer Betrag Rücklagen vorhanden ist“, erklärte er in der Sitzung. Sollte dies der Fall sein, sei es der Bevölkerung schwer zu erklären, warum der gemeinnützige Verein, der nicht gewinnorientiert arbeiten darf und in dem gemeindlichen Gebäude zudem mietfrei untergebracht ist, darüber hinaus Zuschüsse erhalte. Da unterschiedliche Zahlen kursierten, wurde bereits dem Vorstand vorgeschlagen, eine Art Kassenprüfung durch berufene Gemeinderäte vorzunehmen.

„Ich hoffe, dass der Vorstand dem zustimmt“, sagt Hannelore Doch auf Nachfrage dieser Zeitung. „Sonst baut sich ein Misstrauen auf. Das wäre schade“, findet sie. Und dies sei der Insel nicht dienlich. Deren Notwendigkeit zog in der Haushaltsberatung niemand in Zweifel. „Wenn wir erkennen, dass die Personalkosten nicht ausreichen, können wir immer noch eingreifen“, versicherte der Rathauschef. Er stimmte den Ratskolleginnen Anke Strobl und Christiane Gruber (BGH) insofern zu, als dass ein Aus ein „Super-GAU“ wäre. Christiane Gruber stellte trotzdem einen Antrag, den Zuschuss bei 55 000 Euro wie im Vorjahr zu belassen. Ihr Antrag wurde jedoch mit acht zu 15 Stimmen abgelehnt.

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