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Einfach zum Wegschauen: Herrschings Zuspieler Patrick Steuerwald (vo.) und Julius Höfer konnten den Berlinern in der mit 2631 Zuschauern gefüllten Max-Schmeling-Halle nur im ersten Satz einigermaßen Paroli bieten.

Volleyball

TSV Herrsching verpasst die Pokalsensation

Herrsching - Selten trifft das Prädikat chancenlos so zu wie gestern Abend auf den TSV Herrsching. Die ersatzgeschwächten Volleyballer vom Ammersee verloren das Pokal-Halbfinale bei den Recycling Volleys Berlin klar und deutlich in nur 69 Minuten mit 0:3 (22:25, 9:25, 16:25).

Die Überraschung blieb aus. Im Halbfinale des DVV-Pokals war für den TSV Herrsching erwartungsgemäß Endstation. Im „Heimspiel“ bei den Berlin Recycling Volleys verlor die Mannschaft von Trainer Max Hauser mit 0:3. Im Finale am 29. Januar 2017 treffen die Hauptstädter nun auf den VfB Friedrichshafen. Der Rekordmeister vom Bodensee siegte bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen ebenfalls mit 3:0. Für den TSV Herrsching bleibt im Pokalwettbewerb unterm Strich ein dickes Minus in der Kasse ob der drei kostspieligen Auswärts-Reisen (Aachen, Düren, Berlin), aber auch der größte Erfolg in der Vereinshistorie.

Ausgerechnet beim größten Spiel der Vereinsgeschichte musste TSV-Trainer Max Hauser improvisieren wie selten zuvor. Herrsching war ohne etatmäßigen Mittelblocker nach Berlin angereist. Matt Tarantino ist weiterhin verletzt, Nicolai Grabmüller lag mit einem Magen-Darm-Infekt flach. Florian Malescha und Roy Friedrich waren beruflich unabkömmlich. Auch der zuletzt aushelfende Michael Wehl stand nicht zur Verfügung. Zumindest Aleksandar Milovancevic war wieder einsatzbereit. So spielten in der Mitte, aus der Not geboren, der direkt aus Stuttgart angereiste Thomas Ranner und Tobias Neumann.

„Wir sind der Favorit, wir müssen liefern“, sagte Berlins Manager Kaweh Niroomand vor der Partie. Und die Mannschaft von Trainer Roberto Serniotti lieferte. Allerdings leistete das kleine Herrsching erbitterten Widerstand gegen das große Berlin. Zumindest im ersten Satz. Lange spielte man auf Augenhöhe, erst in der Schlussphase machten die BR-Volleys alles klar. „Was wir uns vorgenommen haben, ging auf“, resümierte Hauser.

Im zweiten Durchgang bekamen die Herrschinger vor den 2631 Zuschauern gar keinen Fuß auf den Boden. Am Ende stand ein deutliches 9:25 auf der Anzeigetafel. Hauser: „Da haben sie uns deutlich den Zahn gezogen.“ Satz drei war dann auch schnell durch. Nach 69 Minuten machte der Favorit den Finaleinzug perfekt.

Zumindest der vierte Satz ging an Herrsching. Besser gesagt an die Herrschinger Fans. Noch eine halbe Stunde nach dem Spiel sangen sie in ihrem Block „Herrsching ist der geilste Club der Welt“. Großzügig zeigten sich übrigens die von der VBL zum Gastgeber erklärten Berliner. Die knapp 50 GCDW-Fans hatten freien Eintritt im Berliner Volleyball-Tempel.

Dirk Schiffner

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