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Herrsching - Ein „extrem gutes Jahr“ (Bürgermeister Schiller) nimmt in der Gemeinde Herrsching einen guten Abschluss: In Rekordzeit und einstimmig verabschiedete der Gemeinderat am Montag seinen Haushalt 2012.

„Das ist das erste Mal in der Geschichte Herrschings, dass ein Haushalt ohne Vorberatung so schnell und einstimmig beschlossen wurde.“ Kämmerer Manfred Wörle konnte es kaum fassen, dass seine Vorlage nicht nur reibungslos, sondern mit lautem Lobgesang angenommen wurde. Auch Bürgermeister Christian Schiller musste sich erst kneifen lassen. Er hatte für nächsten Montag eine weitere Sitzung für die Haushaltsberatungen eingeplant. Den Termin ließ er am Ende des öffentlichen Teils am Montag gleich wieder streichen.

Offenbar fielen seine einleitenden Worte auf fruchtbaren Boden: „Wenn man viele Dinge schaffen möchte, dann muss man rechtzeitig dran sein.“ So rechtfertigte er schon in den vergangenen Jahren den Ehrgeiz, den Haushalt fürs kommende Jahr noch vor Ende des laufenden Haushaltsjahres zu verabschieden. Auf diese Weise seinen 95 Prozent dessen, was sich die Gemeinde in diesem Jahr vorgenommen hat, abgehakt worden. Schiller sprach von einem beispielhaften „Erfüllungsgrad“, den kaum eine Kommune vorweisen könne. Darüber hinaus ist die Ammerseegemeinde, die noch vor zwei Jahren von starken Gewerbesteuereinbrüchen geplagt wurde, in diesem Zusammenhang heuer unverhofft zu Geld gekommen. Schiller nennt es „extremes Glück“, denn die Gewerbesteuereinnahmen sind aufgrund „zwei bis drei“ großer Nachzahlungen fast doppelt so hoch ausgefallen. Anfang des Jahres war von 4,1 Millionen Euro Gewerbesteuer ausgegangen worden. 3,8 Millionen springen nun mehr dabei heraus. Solche Zahlen verleiten den Rathauschef zu Superlativen und sie freuen den Kämmerer, der auch gerne von „Euronen“ spricht. Das Plus erlaubt es der Gemeinde, 2012 ohne weitere Verschuldung auszukommen, vorzeitig mit dem notwendigen Neubau des Herrschinger Feuerwehrhauses zu beginnen, und die Schulden sinken auf den geringsten Stand seit Jahrzehnten.

Der einzige Punkt, der in der erstmals öffentlichen Vorberatung des Haushalts zur Diskussion führte, war das Kurparkschlösschen. Auf Wörles Liste „markanter Positionen“ findet das Aushängeschild Herrschings erst 2013 Erwähnung. Für Christiane Gruber, Christine Hollacher (beide BGH) und Anke Rasmussen (Grüne) geradezu ein Unding. „Das Kurparkschlösschen hängt nun schon seit Jahren hintendran.“ Angesichts der Mehreinnahmen seinen 300 000 Euro kein großes Risiko, fand Christine Hollacher. Die Ratsmehrheit wollte diesen „Puffer“, wie es Schiller nannte, aber behalten und und die im Vergleich zum Feuerwehrhaus Herrsching weniger notwendigen Sanierungsarbeiten in der Scheuermann-Villa aufschieben. Als Kompromiss wurde beschlossen, 20 000 Euro Planungskosten einzustellen und spätestens 2013 mit der Sanierung dort zu beginnen.

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