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Blumen für die Gastgeberin: Für die U-Boot-Fahrer von der Patenkompanie gab es am Freitag ausnahmsweise eine Führung durch das Starnberger Brauhaus.

Patenschaft

U-Boot-Fahrer entern Fünfseenland

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Starnberg/Höhenrain - Seit über 50 Jahren besteht die Patenschaft zwischen der Besatzung des U-Boots U 34 und der Stadt Starnberg. Gerade sind wieder 13 freundliche Marinesoldaten auf Entdeckungsreise im Fünfseenland.

Moment mal: Korvettenkapitän Michael Rudat würde jedem Basketballverein Ehre machen. Wie ist die Luft da oben in gut zwei Metern Höhe? Und darf man da überhaupt Dienst auf einem U-Boot schieben? Rudat grinst: „Rein medizinisch nicht. Aber wenn man unbedingt will wie ich...“

Gibt es da eine Helmpflicht? Der 35-Jährige grinst noch ein wenig breiter: „Nein. Aber mein Trost ist, dass wir so viele Stellen an Bord haben, an denen sich auch deutlich kleinere Kameraden den Schädel stoßen.“ Es ist Freitagmorgen kurz nach zehn und die Stimmung könnte besser nicht sein. Dabei ist noch kein Tropfen Bier geflossen. Und das bei einer Brauereiführung.

Ein halbes Jahrhundert Freundschaft

Seit über einem halben Jahrhundert sind die Besatzung der U 34 und die Stadt Starnberg freundschaftlich miteinander verbunden. Man besucht sich gegenseitig, gehört irgendwie zur Familie. Mona Stolze von der Stadtverwaltung beispielsweise wird mittlerweile sogar zur einen oder anderen Seemannshochzeit eingeladen. Ganz ungezwungen und privat. 

Und wenn liebe Freunde zu Besuch kommen, dann wird natürlich auch ein schönes Ausflugsprogramm komponiert. Das am Freitag gleich mit einem Knaller beginnt. Normalerweise gibt es keine Führungen durch das Starnberger Brauhaus in Höhenrain. Normalerweise. Aber für die 13 Marinesoldaten organisierten Starnbergs Bürgermeisterin Eva John und Pressesprecherin Lena Choi die Ausnahme. 

Bier an Bord? Nur auf Befehl

Neugierig schauen sich die Soldaten alles an. Und entern wenig später den Bierwagen. Man muss ja schließlich wissen, wovon man da die ganze Zeit geredet hat. Die Halbe Helles lockert die Zunge. Wie ist das eigentlich mit Bier an Bord? „Schwierig“, sagt Oberleutnant zur See Marco von Koerber. Sechs Stunden Dienst wechseln sich mit sechs Stunden Schlaf oder Pause ab. Ohne Ausnahme. Nur zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen gibt Kommandant Rudat nach der Wache ein Bier pro Nase frei. Mehr geht schon rein praktisch nicht: Nicht nur, weil man in sechs Stunden wieder fit für die Wache sein muss. Sondern auch, weil es im engen Schlafsaal schnell dicke Luft gibt, wenn einer alle paar Minuten für Unruhe sorgt, weil er sein Bier wegbringen muss.

Ab geht`s auf die Wiesn

Diese Probleme haben die Marinesoldaten in den kommenden Tagen nicht. Von der Kaserne in Pöcking aus, in der sie untergebracht sind, starten sie zu Ausflügen in die Umgebung. Einer der Höhepunkte wird sicher der Wiesn-Besuch am Samstag. Ein ganz besonderer Landgang also für die Seeleute, die übrigens schon längst nicht nur auf der U 34 ihren Dienst tun. 

Nun stellen sie die Besatzung Delta, die auf der U 33, der U 34 und der U 35 eingesetzt wird. Wo immer sie gebraucht werden. Doch die Patenschaft mit Starnberg, die pflegt die Besatzung Delta natürlich auch weiter mit viel Enthusiasmus. „Wir hatten viel mehr, die mitwollten. Aber die müssen Dienst schieben“, berichtet Korvettenkapitän Rudat. Und versucht, gleich ein paar Fass Starnberger Hell für die Daheimgebliebenen klarzumachen. Kameradschaft ist alles.

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