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Auch Motorradfahrer dürfen nicht einfach durch eine Rettungsgasse fahren: Das und vieles mehr erklärten Karl Wiedemann, Leiter der Verkehrsinspektion Weilheim, und Christian Wodarczyk vom THW Starnberg am Samstag.

Theorie und Praxis

Tag der offenen Rettungsgasse: Polizei klärt auf - und verteilt Bußgelder in Serie

Die „Aktion Rettungsgasse“ der Verkehrspolizei Weilheim war am Samstag zweigeteilt. Während sich an der Raststätte in Höhenrain rund 150 Interessierte über das richtige Verhalten in der Rettungsgasse aufklären ließen, wurden so manche am Autobahnende vor Garmisch unfreiwillig mit dem Thema konfrontiert.

Höhenrain – Die Einsatzkräfte hatten damit gerechnet, dass sich im Ausflugsverkehr auf Höhe Eschenlohe vormittags Staus bilden werden. Und sie nutzten die Gelegenheit, um eine Rettungsgasse simulieren zu lassen. Die Aktion war zuvor im Starnberger Merkur und am Tag selbst im Radio angekündigt worden. Die Bilanz der Polizei: Neun Verkehrsteilnehmer wurden innerhalb von drei Stunden beanstandet. Sie waren durch die Rettungsgasse nach vorne gefahren, um Zeit zu gewinnen. Die Konsequenz: 400 Euro Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg. Mit 200 Euro und zwei Punkten müssen die Autofahrer rechnen, die die Gasse nicht richtig gebildet haben. Ganz allgemein hielt Karl Wiedemann, Leiter der Verkehrspolizei, fest: „Viele Fahrer reagieren immer noch zu spät. Es ist vielen noch nicht bekannt, dass sie bereits ab Schritttempo eine Rettungsgasse bilden müssen.“

Stellte die Feuerwehr-Ausrüstung vor: Höhenrains Kommandant Martin Punscherin im Gespräch mit Ehepaar Conny und Ronny Estel mit ihrer Tochter Julia.

Eine zwölfköpfige Motorradgruppe aus Slowenien bewahrte Wiedemann womöglich vor Sanktionen: Er habe ihnen in Höhenrain ausdrücklich erklärt, dass auch sie nicht einfach durch die Gasse am Autobahnende fahren dürfen. Mit einem mehrsprachigen Flyer habe die Polizei auch Verkehrsteilnehmer aus Tschechien, Ungarn und Großbritannien erreicht.

„Das Interesse für die Rettungsgasse war gut, aber für die Ausrüstung der Hilfsdienste nahmen sich die Leute wenig Zeit“, sagte Wiedemann. Beteiligt an der Aktion waren die Feuerwehr Höhenrain, das THW Starnberg, der Rettungsdienst Starnberg und die Autobahnmeisterei. Christian Wodarczyk vom Technischen Hilfswerk war trotzdem froh, sich präsentieren zu können. „Die Möglichkeit haben wir nicht allzu oft.“ Das THW, das bei Unfällen unter anderem für die Absperrung sorgt, machte seinem Namen am Samstag in anderer Hinsicht alle Ehre: Einem Motorradfahrer luden die Einsatzkräfte die Batterie auf, einer Frau halfen sie dabei, den Reifendruck zu kontrollieren.

Wünscht sich härtere Strafen für Autofahrer: Stefan Schwier aus Niedersachsen, der sich in Höhenrain informieren ließ.

Auch Stefan Schwier, 47, Maschinenbauingenieur aus Niedersachsen, hielt in Höhenrain. Ihm gefiel die Polizeiaktion. Er sei viel unterwegs und erlebe oft, dass Rettungskräfte auf der Autobahn nicht durchkommen. „Die Strafen für Autofahrer, die keinen Platz machen, sind noch viel zu gering“, findet Schwier. Derartige Aktionen und auch die mediale Aufmerksamkeit hätten die Situation aber verbessert.

Dass Fehlverhalten in der Rettungsgasse bittere Folgen haben kann, sagte Martin Punscher, Kommandant der Feuerwehr Höhenrain. „Es geht teilweise um Sekunden bei der Rettung von Verunglückten – vor allem, wenn wir zu einem stark blutenden Verletzten müssen.“

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Freud und Leid mit der Rettungsgasse: Einsatzkräfte berichten

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