Zwischen Gleis 2 und 3 (v.l.): Bahnhofsmanager Heiko Hamann, Tutzings Dritter Bürgermeister Gernot Abendt und Hans-Peter Behrendsen vom Bayerischen Innenministerium. Foto: Stefan Schuhbauer-von Jena

Hoffnung auf dritten Aufzug am Bahnhof

Tutzing - Vielleicht wird doch noch ein dritter Aufzug am Tutzinger Bahnhof gebaut. Bei der offiziellen Vorstellung des barrierefreien Ausbaus hat der Freistaat Bayern finanzielle Hilfe für den Lift signalisiert.

Der barrierefreie Ausbau des Tutzinger Bahnhofs ist weitgehend fertig. Aus diesem Anlass fand gestern dort ein Pressegespräch statt. Als nach dem vielfach geforderten dritten Aufzug - zur Westseite des Bahnhofs - gefragt wurde, schürte Hans-Peter Behrendsen vom bayerischen Innen- und Verkehrsministerium Erwartungen: „Wir sind bereit, die Gemeinde dabei aus einem anderen Förderprogramm zu unterstützen.“ Das würde mindestens 55 Prozent Finanzhilfe bedeuten. Aus dem normalen Programm für Bahnhofsausbauten nämlich ist mit gar nichts zu rechnen, wie nochmals bekräftigt wurde.

„Das habe ich sehr aufmerksam gehört“, kommentierte Dritter Bürgermeister Gernot Abendt diese Ankündigung. Über die Kosten eines dritten Aufzugs gehen die Schätzungen allerdings auseinander. Von 180.000 bis über 350.000 Euro reichen sie, von den Nachfolgelasten ganz zu schweigen. Einen Schacht soll es übrigens längst geben.

An der Strecke von Tutzing nach Kochel sind mittlerweile alle Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut worden - außer dem in der Nachbargemeinde Bernried. Der Tutzinger Bahnhofsumbau allein hat rund 5,5 Millionen Euro gekostet, wohl rund das Doppelte wie die anderen Bahnhöfe auf der Strecke nach Kochel, für die zusammen 9,1 Millionen Euro aufgewendet wurden. Der Ausbau wird fast vollständig vom Freistaat Bayern bezahlt.

Der Tutzinger Bahnhof ist 1864 errichtet worden, wie Abendt sagte: „Wir haben also Grund, Geburtstag zu feiern.“ Der Ausbau hat nur gut ein Jahr gedauert. Viel länger - an die vier Jahre - war die Planungsphase. Als besonders knifflig wurde die Baubetriebsplanung bei laufendem Bahnverkehr beschrieben. Es gab auch hin und wieder Ärger, so mit Anwohnern wegen des Baulärms. Vom Schienenersatzverkehr mit Bussen zeigten sich Fahrgäste genervt. Und schließlich wurde sogar die Blindenschrift an den Treppen-Handläufen verkehrt herum angebracht (wir berichteten). Ein älterer Herr übergab Heiko Hamann, dem Leiter des Bahnhofsmanagements München bei der DB Station & Service AG, gestern während des Pressegesprächs eine Liste mit lauter Details, die ihn am ausgebauten Bahnhof stören.

Insgesamt gaben sich die Vertreter von Bahn und Freistaat aber zufrieden. Die Bahnsteige sind nun unterschiedlich hoch: 96 Zentimeter für Regionalzüge, 76 Zentimeter für S-Bahnen. Am Mittelbahnsteig gibt es sogar verschiedene Höhen - eine Seltenheit an Bahnhöfen.

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