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Grande Dame des deutschen Films: Hannelore Elsner im Gespräch mit Matthias Helwig.

"Er ist immer noch da für mich"

Starnberg/Seefeld - Beim Fünf-Seen-Film-Festival (fsff) im Landkreis Starnberg stand am Wochenende die Schauspielerin Hannelore Elsner im Mittelpunkt. Und sie gab den Star.

In der Schlossberghalle ist es plötzlich totenstill. Tollkühn hat Festival-Leiter Matthias Helwig seinem Gast Hannelore Elsner auf der Bühne dort oben doch die eine Frage gestellt: Sie soll ein paar Worte zu der Bedeutung Bernd Eichingers für den deutschen Film sagen, „ich meine, der Name des verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger gehört zu einem Filmfestival“. Für einen Moment ist die Miene der wohl bekanntesten deutschen Schauspielerin wie versteinert. Vielleicht geht sie jetzt einfach? Aber sie sammelt sich, und sagt sehr Schönes: „Das ist schwierig für mich. Es ist über ihn schon so viel gesagt worden oder auch noch nicht genug. Das ist auch deutsch, dass man nicht weiß, was für ein Filmverrückter, ein Filmliebender er war.“ Sie zitiert aus einem Nachruf. „Dort stand - ich kann nicht denken wenn ich über ihn rede - dass sie ihn nicht geachtet und geehrt haben. Es ist ein Glück, dass er noch die Lola erhalten hat. Ich habe ihn immer geliebt und er ist immer noch da für mich.“ Im Foyer hatte sie noch zart über sein Konterfei im Filmkatalog gestrichen.

Hannelore Elsner beim Fünf-Seen-Film-Festival

Ein Wochenende des Fünf-Seen-Film-Festivals (fsff) war dem Schaffen Hannelore Elsners gewidmet, bekannt aus unzähligen Filmen, Kinofilmen und auch als Kommissarin in der erfolgreichen gleichnamigen Serie. Im Seefelder Kino sprach sie einleitende Sätze zu „Die endlose Nacht“ (1962) von Will Tremper, „Reise nach Wien“ (1973) von Edgar Reitz, „Die Unberührbare“ (2000) von Oskar Roehler und anderen. Sie sorgte für den Glamourfaktor, wurde natürlich überall erkannt, um Autogramme gebeten.

Im Interview allerdings ist sie zögerlich, fast widerspenstig. Den Intervietermin verschiebt sie um zwei stunden spontan hat sie beschlossen, sich ihren eigenen Film "Die endlose Nacht" nach acht Jahren mal wieder selbst anzuschauen. Danach ist erstmal die Zigarette fällig, ein Glas Wasser, Päuschen. Endlich kommt sie doch zum Tisch, an dem die Joruanlisten warten. Vieles will sie nicht gefragt werden, das hat sie schon vorab gesagt, schließlich hat sie in ihrer Autobiographie „Im Überschwang“ auch alles geschrieben. Dort ist sie von größter Offenheit - mehr dazu gibt's aber nicht. Erst als die Jounalisten ihre Stifte zur Seite legen, schimmert Elsners mädchenhaft-kokettes Wesen durch, da plaudert sie. Geschrieben werden darf darüber nichts. Nur über ihr nächstes Projekt vielleicht: „Ab Herbst arbeiten Marcus C. Rosenmüller und ich zusammen.“

Als ehemalige Münchnerin - sie wohnt jetzt in Frankfurt - kennt Elsner das Fünfseenland gut. Als sie vor einem Jahr am Wörthsee ihre Memoiren schrieb, hörte sie von dem Festival. „Ich dachte: So was Tolles, so ein tolles Programm, so ein Landkreis voller Cineasten.“ Festivallleiter Helwig hatte entsprechend wenig Mühe, sie als Stargast zu gewinnen. „Das ist doch selbstverständlich: So filmverrückte Leute wie Helwig und so kleine Festivals sind so wichtig für den deutschen Film.“

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