Initiative gegen den Bahnhofs-Krach

Weßling/Gilching - Nach den Gemeinden Herrsching, Tutzing und Gilching ist nun auch Weßling Mitglied der „Interkommunalen Lärmschutz-Initiative“ (ILI).

Dieser Initiative geht es um Geräusche aus dem Fahrbetrieb der S-Bahn, allerdings nicht die Fahrgeräusche. „Wir sind keine überempfindlichen Lärm-Neurotiker" heißt es ausdrücklich auf der Website. Das Problem sind abgestellte und stehende S-Bahnen und DB-Triebwagen, welche den Anwohnern an Bahnhöfen akustisch das Leben schwer machen.

Die Initiative wurde im Sommer 2008 in Deisenhofen gegründet, zehn Kommunen und etwa 180 Mitglieder aus 14 oberbayerischen Städten und Gemeinden unterstützten sie bereits. „Dass unsere Initiative von den Gemeindeoberen mitgetragen wird, freut uns besonders“, sagt ILI-Vorstandschef Werner Litza. „Das gibt uns für die Verhandlungen das notwendige Gewicht.“ In der Tat scheint ILI einiges zu bewegen und bewegt zu haben.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, fanden bereits mehrere „Lärmgipfel“ statt, an denen neben dem ILI-Vorstand auch der TÜV und die S-Bahn-Geschäftsleitung teilnahmen. Tatsächlich brachte die Bahn im Anschluss technische Verbesserungen auf den Weg - auch im eigenen Interesse. Undichte Druckluftsysteme beispielsweise sorgen nämlich nicht nur für Lärm, sondern kosten auch Energie.

Seitens der Gemeinde Weßling allerdings sind Litza noch keine Klagen über Lärm am Bahnhof bekannt. Sehr aktiv seien hingegen die Gilching-Argelsrieder. Aus diesem Bereich hätten Anlieger bereits an den Lärmmelder-Schulungen teilgenommen, welche die S-Bahn mittlerweile anbietet. Dabei lernen Anwohner, wie es rund um einen Bahnhof klingen kann, aber nicht soll. Lärmmelder, die nach der Schulung einen besonderen Krach rund um den Bahnhof vernehmen, können sich per E-Mail mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen.

Die Protokollierung ist ein wichtiger Bestandteil bei der Arbeitsweise der ILI. Dabei wird immer auch auf den verträglichen Ton geachtet: „Der konstruktive Dialog steht bei uns im Vordergrund. Es macht keinen Sinn, nur destruktiv zu kritisieren. Man muss auch Vorschläge machen können“, sagt Litza. Das setzt natürlich auch guten Willen bei der S-Bahn voraus: „Wir sind auf einem guten Weg. Vieles ist besser geworden“, findet Litza.

Wer an der nächsten Lärmmelder-Schulung im Februar 2012 teilnehmen möchte, kann sich unter info@laermschutz-initiative.de anmelden.

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