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240 Pferdestärken leistet das Boot „Ingeborg“, mit dem die Bucher Wasserwachtler zu ihren Einsätzen auf dem Ammersee brausen.

Jubiläum

50 Jahre Wasserwacht Buch: So sind die Anforderungen gestiegen

Die Ortsgruppe Buch der Wasserwacht wird heuer 50 Jahre alt. Die Anforderungen an die Retter sind erheblich gewachsen.

Buch Die Wasserwacht Buch wird heuer 50 Jahre alt. Begonnen hatte es Mitte der 1960er Jahre mit einem Stützpunkt der Wasserwacht Stegen-Inning. Mittlerweile ist Stegen als Stützpunkt der Ortsgruppe Buch angegliedert, sagt Vorsitzender Jens Möller (48) im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Erst betreuten die Stegener von ihrer Station bis zur Herrschinger Bucht das Ostufer. Mit der Wandlung der beiden Stützpunkte in eine Ortsgruppe 1969 übernahmen die Bucher unter der Leitung von Franz Loschko den Bereich ab der Gaststätte Waldeck, erinnert sich Reinhard Ott. Der 71-Jährige ist Gründungsmitglied und sah bereits in den Jahren davor als aktives Mitglied in Stegen nach dem Rechten.

Die 24 Mitglieder der ersten Stunde nahmen die Arbeit unterhalb vom Campingplatz Baumann beim Dampfersteg und der heutigen Wachstation am Strandweg auf, wo die Freiwilligen eine Hütte aus einem ehemaligen Schrebergarten aufbauten. Erst 1987 ersetzten sie die Hütte durch einen weitgehend in Eigenleistung gezimmerten und bis jetzt genutzten Holzbau.

Beschäftigt waren die Helfer fast ausschließlich mit der Versorgung von größeren oder meistens kleineren Verletzungen, berichtet Ott. Damals war vor dem Campingplatz die Hölle los, was Otts Aufnahmen mit den zahlreichen Sonnenanbetern auf dem kiesigen Seeufer belegen.

Die Wachmannschaft der Wasserwacht Buch in Gründerzeiten: Dieter Roming, Fritz Schmid, Robert Karg, Leander Purkart, Michael Dafner, Manfred Zapp, Gerhard Purkart und Josef Schmid.

Die Vereinskasse füllten ab 1976 legendäre Wasserwachtfeste am Strandweg. Das letzte fand 1999, ehe aus Mangel an freiwilligen Helfern und wegen immer strengerer und umfangreicherer Vorschriften die Feste einschliefen. Den Dienst auf dem Wasser übernahmen in den ersten Jahren meistens die Schondorfer, blickt Ott zurück. Die Bucher selbst verfügten erst ab 1975 über ein 85 PS starkes Motorboot, das sich für die Rettung von Wassersportlern oder Schwimmern bei Wind und Wellen eignete. Spätestens seit vor 17 Jahren „Ingeborg“ angeschafft wurde, eilen die Wasserwachtler mit 240 Pferdestärken fast ausschließlich Wassersportlern oder Schwimmern zu Hilfe.

Den Standort am Campingplatz gab die Ortsgruppe 1979 aus Mangel an Mitgliedern auf. Nachdem sich 2002 die Ortsgruppe Stegen/Inning aufgelöst hatte, übernahmen die Bucher die ehemalige große Schwester und versorgen gemeinsam mit den Wasserwachtgruppen Steppach, Bobingen und Stadtbergen an dem großen Badestrand vornehmlich Schnittwunden oder Schwächeanfälle.

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Spürbar verändert hätten sich in den 50 Jahren die Anforderungen an die Freiwilligen, sagt der Vorsitzende Möller, der seit seinem 17. Lebensjahr Wasserwachtler ist. Das erfordere zusätzliche Lehrgänge. Früher hätten der Erste-Hilfe-Kurs und der Rettungsschwimmer-Lehrgang als Grundlage für den Wachdienst gereicht, heute komme der Erwerb des Motorbootscheins, die Ausbildung zum Luftretter oder Rettungstaucher und die zum Wasserretter hinzu. Auch die technische Ausstattung habe sich verändert. Anfangs hing in der Wachhütte lediglich ein kleiner Schrank mit Erste-Hilfe-Material. Heute ergänzt etwa ein Defibrillator die medizinische Ausstattung. Und neben dem leistungsstarken Boot bekamen die Taucher Trocken- statt Nassanzüge. Niemals rücke man ohne Neoprenausstattung aus, erklärt Möller.

Die Einsatzkräfte der Wasserwacht Buch engagieren sich im Rahmen des Katastrophenschutzes auch überörtlich, so Möller. Etwa beim Hochwasser 2013 im Raum Niederbayern und Rosenheim. Aktuell halfen sie in Traunstein beim Beseitigen der Schneemassen.

Zur Feier des runden Geburtstags lassen die Bucher noch einmal das Wasserwachtfest steigen: Am letzten Juliwochenende bauen sie ein Zelt auf und bieten ein vielseitiges Programm. Infos zum Angebot gibt es unter www.wasserwacht-buch.de.

MICHÈLE KIRNER

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