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O’zapfen im Duett: Bürgermeister Walter Bleimaier (r.) und Moderator Hubert Vögele.

775 Jahre Schlagenhofen

Die Brüderblaskapelle und der Sieber-Hof

Der Inninger Ortsteil Schlagenhofen hat am Wochenende sein 775. Jubiläum gefeiert.

Schlagenhofen – Mit einer ungewöhnlichen Musikformation warteten die Veranstalter am Samstag anlässlich des Dorfjubiläums in Schlagenhofen auf. Wie berichtet, feierte der Inninger Ortsteil seinen 775. Geburtstag. Es waren Mönche der Benediktiner-Abtei St. Ottilien, die tagsüber mit schmissigen Rhythmen unterhielten. Brüderblaskapelle nennt sich das Ensemble, dem auch Nick Sieber vom Sieber-Hof aus Schlagenhofen als einziger Nicht-Mönch angehört. Die Verbindung kam zustande, weil der Student einst in St. Ottilien das Gymnasium besucht hatte.

Apropos Sieber-Hof. Ihm wurde im Rahmen des zweitägigen Festes eine besondere Ehre zuteil. Georg Zankl, Kreisobmann der Starnberger Bauern, überreichte der Familie Sieber eine Urkunde für 400 Jahre Hofbewirtschaftung. „Diese Auszeichnung verleiht der Bayerische Bauernverband nur an alte Bauerngeschlechter“, betonte Zankl. Ein dickes Lob und ein ebenso aufrichtiger Dank gebühre der Familie schon deshalb, sagte Zankl, „weil sie selbst in schwierigen Zeiten an der Tradition festgehalten und nie aufgegeben hat. Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es im Landkreis noch über 2000 Höfe. Heute sind es knapp 400. Der Abwärtstrend setzt sich fort.“

Der Sieber-Hof ist nicht der einzige landwirtschaftliche Betrieb in Schlagenhofen, der eine interessante Vergangenheit aufweist. Robert Volkmann, Schlagenhofener Bürger und Chronist vieler Heimatbücher, machte sich mit Hilfe Einheimischer auf Spurensuche und erstellte für jedes der Häuser aufschlussreiche Geschichtstafeln, die jeweils an den Gebäuden zu finden sind. „Aus den Ausstellungstafeln wird noch ein eigenes Büchlein. Wir haben eine Liste ausgelegt, wo sich Interessenten eintragen können. Sobald genügend zusammengekommen sind, gehen die Hofgeschichten in Druck“, versprach Volkmann.

Anlässlich des Jubiläums erschien im Verein Heimatgeschichte Inning bereits eine 114 Seite dicke Festschrift mit dem Titel „Schlagenhofen – ein sehr abgelegener Ort zwischen Seefeld und Inning, doch etwas seitwerts“, von der nur noch wenige Exemplare vorhanden sind (wir berichteten).

Auch wenn das Fest wegen der hochsommerlichen Temperatur nur zögernd in Schwung kam, trudelten mit fortschreitender Dauer auch Gäste aus den Nachbarorten ein. „Es ist einfach zünftig hier, weil man wieder Menschen trifft, die man schon über Jahre nicht mehr gesehen hat“, schwärmte Herrmann Geiger aus Unterbrunn.

Interessant auch die Gespräche, die sich unter Einheimischen an den jeweiligen Biertischen ergaben. „Mei, schau amoi, wos do in der Chronik drinsteht. Do is ja nia net gredt worn drüber und jetzt steht’s schwarz auf weiß für jeden zum Lesen drin“, meinte ein 75-Jähriger Schlagenhofener.

Im weiteren Programm traten am Samstag die d‘Jaudesbergler Trachtenkinder, d‘Donarbichler Goaßlschnalzer und die Band „Hundling“ auf. Durchs Programm führte Hubert Vögele von der Dorfgemeinschaft.     ph

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