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Im Fischbach fand Margit Vetter vergleichsweise wenige Mückenlarven: drei in einem Viertelliter. An anderen Stellen waren es deutlich mehr.

Verein „Mückenplage? Nein, danke!“ warnt und fordert von der Politik mehr Unterstützung

Es geht los: Die Mücken kommen - spätestens nach dem Wochenende

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Die Mücken lassen nicht mehr lange auf sich warten. Viele haben es bereits geahnt, das jüngste Monitoring macht es zur Gewissheit. Der Verein „Mückenplage? Nein, danke!“ warnt vor Stechmücken, spätestens nach dem kommenden Wochenende.

Landkreis Weil die Ammerseegemeinden sich vor zwei Jahren, als das Thema aktuell war, nicht für eine Kartierung des Stechmückenvorkommens entscheiden konnten, nimmt der Verein „Mückenplage? Nein, danke!“ die Zügel nun selbst in Hand. Er ruft zu Spenden auf, um die Erfassung gleich für das gesamte Fünfseenland in Auftrag geben zu können. Eine Kartierung bilde die Grundlage, um die ökologischen Zusammenhänge zu ergründen. „Wenigstens das“, sagt der Vorsitzende Rainer Jünger. „Wir sind Bürger, wir schauen, was auf uns zukommt, die Politik muss dann Lösungen finden.“

Die starken Regenfälle der jüngsten Vergangenheit boten den Überschwemmungsmücken offensichtlich besten Boden, um ihre Larven abzulegen. Die Inninger Gemeinderätin Barbara Wanzke (Grüne), die gemeinsam mit dem Schondorfer Gemeinderat Jünger (CSU) im Verein engagiert ist, machte darauf in der Inninger Bauausschusssitzung am Dienstag aufmerksam. „In Dießen ist es ganz extrem, zweimal so viel wie am Chiemsee“, sagte sie. „Der letzte Tag, der mückenfrei ist, ist der Vatertag“, prophezeite sie. Jünger bestätigt die Aussage, spätestens nach dem Wochenende rechnet er mit einer Mückenplage an den Seen.

Margit Vetter und Bettina Führer aus Herrsching sowie Elisabeth Heinrich aus Dießen hatten sich am vergangenen Sonntag gemeinsam mit dem Stechmückenexperten Mathias Galm auf den Weg gemacht und Schöpfproben in Eching, Inning, Herrsching und Dießen gezogen. In Dießen zählten sie in dem 225-Milliliter-Behältnis 50 Larven im fast abgeschlossenen Entwicklungsstadium. „Das ist sehr ordentlich“, habe der Experte gesagt, so Jünger. Bereits ab fünf Larven pro Liter spreche man von einer hohen zu erwartenden Belastung. Und neuerliche Regenfälle machen den Larven nichts aus, verlangsamen nur das Wachstums. Abtöten würde sie nur Trockenheit, die nicht so schnell zu erwarten ist.

Jünger spricht von einer „kurzen Geländebeobachtung“, die er als alarmierend empfindet. In dem Sinn, als die Politik nach Lösungen suchen sollte. Bis dahin will der Verein die Initiative ergreifen, braucht aber Unterstützer und vor allem 30 000 Euro, um eine Kartierung zu finanzieren, die als Basis aller Maßnahmen dient. Spenden sind möglich über die Internetseite www.mueckenplage-nein-danke.de. Mehr Infos zu der Geländebeobachtung sind auch auf der Facebook-Seite des Vereins zu finden.

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