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Beliebter Wörthsee-Rundweg teils gesperrt: Reaktion auf rücksichtslose Wanderer

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Von: Andrea Gräpel

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Weitere Maßnahme: Dieses Schild wurde am Wörthsee-Rundwanderweg bei Schlagenhofen erst kürzlich aufgehängt. Folgt man der Aufforderung, muss man über den Radweg zurück auf den Rundweg.
Weitere Maßnahme: Dieses Schild wurde am Wörthsee-Rundwanderweg bei Schlagenhofen erst kürzlich aufgehängt. Folgt man der Aufforderung, muss man über den Radweg zurück auf den Rundweg. © Dagmar Rutt

Erst eine Kette, dann ein Zaun, nun „Durchgang-verboten“-Schilder: Der beliebte Wörthsee-Rundweg der Rotarier ist teilweise gesperrt - wegen rücksichtsloser Spaziergänger.

Schlagenhofen – Der Rundwanderweg der Rotarier um den Wörthsee erlebte während der Lockdowns einen regelrechten Ansturm, wurde zum beliebten Spazierweg. Eine öffentliche Toilette gibt es allerdings weit und breit nicht. Alternativen suchten Spaziergänger deshalb in Schlagenhofen auf dem Campingplatz – versteckt hinter Wohnwagen. Die Reaktion: Erst versperrten die angeekelten Camper den Weg mit einer Kette. Als dies nicht wirkte, stellten die Betreiber einen Zaun auf.

Marita Seefelder, Grünen-Gemeinderätin aus Bachern, wunderte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass der Weg versperrt ist. Sie war der Meinung, er sei öffentlich gewidmet. Innings Bürgermeister Walter Bleimaier wusste davon nichts, dafür aber Seefelders Parteifreund Hubert Vögele. Er wohnt in Schlagenhofen und kennt die Eigentümer des Wegs gut. Er hatte größtes Verständnis für die Maßnahme.

Schon als der Rundweg 2014 eröffnet wurde, gab es einige Makel auf dem Inninger Teil der Route. In Schlagenhofen führt er nämlich ein paar hundert Meter über die nicht nur schmale, sondern an schönen Tagen auch viel befahrene Staatsstraße, was für Fußgänger und Radfahrer in der Vergangenheit schon zu gefährlichen Situationen geführt hat. Erst im vergangenen Jahr wurde den Anliegern eine Tempobeschränkung auf 40 Stundenkilometer zugestanden (wir berichteten). Im weiteren Verlauf wies der Wanderweg den unbefestigten Weg hinter den Sommerhäuschen Richtung Campingplatz aus und führte die Wanderer direkt über den Campingplatz statt über die offizielle Route, den Radweg an der Straße entlang bis zur Einfahrt zum Campingplatz. Von dort gelangt der Spaziergänger wieder direkt auf einen Uferweg.

Auf Bitten der Eigentümer hatte der Bauhof das Hinweis-Schild der Rotarier bereits deutlicher Richtung Radweg gedreht. „Das hat leider nichts genutzt“, sagt Roman Sieber, dessen Familie der Campingplatz gehört. Vor allem während der Lockdowns strömten die Massen über den Campingplatz. Auch eine Kette, die die Dauercamper angebracht hatten, sei kein Hindernis gewesen. „Dann haben wir gesagt, wir stellen einen Zaun hin und ein Schild ,Durchgang verboten‘.“ Seit einiger Zeit weist noch ein weiteres Schild auf ein Durchgangsverbot hin. Es wurde direkt an den Metallpfahl eines Verkehrsschildes befestigt, dort, wo der Weg sich teilt in Rad- und Feldweg. Schon der Feldweg ist darauf als Privatweg ausgewiesen.

Ob es eine öffentliche Widmung gibt oder nicht, konnte Bleimaier nicht beantworten. Sieber erinnert sich, dass es mal eine Absprache gegeben habe, „aber nicht offiziell“. Unter diesen Umständen und wegen der rücksichtlosen Spaziergänger ist er froh drum.

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