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Geschichtsblätter und Ausstellung wären ohne sie nicht so gelungen: Jutta Göbber, Horst und Edeltraud Schramm (v.l.). 

Verein Heimatgeschichte

Ausstellung macht neugierig

Ohne Frage, die aktuelle Ausstellung des Vereins Heimatgeschichte Inning gehört mit zu den besten in einer Reihe vieler Veranstaltungen. Zur Vernissage waren am Freitag rund 120 Gäste in den „Lautenbacher Hof“ im Ortsteil Bachern gekommen.

Bachern   Thema der Ausstellung sowie der 12. Ausgabe der Inninger Geschichtsblätter (wir berichteten): „Bachern, die Wörthseeinsel und Oberdorf“.

In ihrer Begrüßung verwies Vereinsvorsitzende Jutta Göbber auf die Geschichte des Lautenbacher Hofes, dessen umgebauter Kuhstall wie geschaffen für historische Ausstellungen ist. „Das Ambiente passt zu unserem Thema, denn dieser Hof, früher mit dem Hausnamen Beim Bauern, gehört zu den fünf alten Höfen in Bachern. Mehr Anwesen gab es bis ins 19. Jahrhundert hinein nicht“, erklärte Göbber. Themenschwerpunkte der Ausstellung sind Orte, die am Wörthsee liegen und seit dem Mittelalter zur Hofmark Wörth, seit 1819 zur ehemaligen Gemeinde Buch und seit 1975 zur Gemeinde Inning gehören.

Mit viel Liebe zum Detail sind bis zu 110 Jahre alte Fotos und Dokumente zu sehen, jedoch auch Bilder aus der jüngeren Zeit. Innings Bürgermeister Walter Bleimaier brachte es auf den Punkt: „Die Ausstellung ist rundum gelungen. Für mich persönlich ist es die beste Ausstellung bisher. Wandert man von Tafel zu Tafel, will man immer mehr über die Vergangenheit unserer Gemeindeteile wissen. Hier wird gezeigt, dass Geschichte richtig Spaß machen kann.“

Zu Besuch war auch Rosa Hentschel aus Wörthsee. Ihr Papa Josef Bernhard habe früher in Bachern Bienenstöcke gehabt, erzählte die 93-Jährige. „Und da san mia mit dem Radl, a Halbrenner, immer von Wörthsee rübergfahrn. Mi hod er vorn oder hinten aufipackt und los is ganga.“ Innings ehemaliger Bürgermeister Werner Röslmair lobte insbesondere einen gelungenen Mix aus Alt und Neu. „Da steckt jede Menge Arbeit drinnen“, sagte Röslmair. Ja, gut ein Jahr wurde recherchiert und überlegt, welches Material sich für die Ausstellung und welche Geschichten sich für das 106 Seiten starke Begleitbuch eignen, betonte Göbbers Stellvertreter Horst Schramm. Am meisten Arbeit jedoch machten die vielen Fotos, die jetzt übergroß zu sehen sind. „Früher konnten wir die Fotos einfach verwenden. Heute muss für jedes Exemplar die Genehmigung des Fotografen oder des Besitzers eingeholt werden. Auch die Aufbereitung der zerknitterten oder vergilbten Fotos macht viel Arbeit.“ Dafür steht im Team, dem auch Texterin Edeltraud Schramm angehört, Franz Meier zur Verfügung. Er verwaltet insgesamt rund 80 000 Fotos. „Als ich vor zehn Jahren angefangen habe, musste ich erst einmal ein System zur Archivierung einrichten. Das erste war ein Suchbaum, den ich angelegt habe. Dieser hat mittlerweile viele Verzweigungen und Ästelungen erhalten, so dass je nach Thema die Fotos auch für Außenstehende leicht zu finden sind“, erzählte Meier. „Beim Digitalisieren der Bilder dann hat man erst gesehen, wie sich die Ortsteile im Laufe des letzten Jahrhunderts verändert haben.“

Die Räumlichkeiten im Lautenbacher Hof sowie eine deftige Brotzeit für die Gäste stellte Familie Jung zur Verfügung. Ihr gehört das historischen Anwesen. Das Heft 12 der Inninger Geschichtsblätter ist beim Verein beziehungsweise bei Schreibwaren Schroeren in Inning erhältlich. Die Ausstellung ist noch am kommenden Wochenende, 28./29. April, jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Uli Singer

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