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Es ist vollbracht: Jutta Göbber hält die Druckfahne der 13. Inninger Geschichtsblätter in Händen. 

Heimatgeschichte

Das Buch über Buch gibt’s zum Jubiläum

Es gibt sie noch, die engagierten Menschen, die das Leben in einer Gemeinde lebendig halten. Dazu gehören zweifelsfrei Jutta Göbber und ihr Team vom Verein Heimatgeschichte Inning. Am kommenden Freitag wird der zehnte Geburtstag gefeiert und gleichzeitig Band 13 der „Inninger Geschichtsblätter“ präsentiert.

Inning Es war der „Heimatkundliche Arbeitskreis“ innerhalb des Vereins Kulturkreis Inning, der bereits 1990 mit einer historischen Ausstellung erstmals für öffentliches Interesse sorgte. Das erste Buch aber aus der Reihe „Geschichte und Geschichten über Inning und seine Ortsteile“ stammte aus der Feder von Robert Volkmann, der am morgigen Dienstag 70 Jahre alt wird. Doch dann hatte auch das Finanzamt ein Auge auf das Engagement der rührigen Heimatforscher geworfen und festgestellt, dass „Heimatgeschichte nicht zu den Zielen des Kulturkreises gehört und der Verein Gefahr läuft, die Gemeinnützigkeit zu verlieren“. Es blieb also nichts anderes übrig, als sich abzukoppeln und einen eigenen Verein zu gründen, erklärt dessen Vorsitzende Jutta Göbber. „Wir waren 17 Gründungsmitglieder, die am 2. März 2009 den Verein Heimatgeschichte aus der Taufe hoben. Nachdem laut Registergericht einige Änderungen innerhalb der Satzung notwendig waren, wurde die Gründungsversammlung am 4. Mai wieder aufgenommen und die Satzung endgültig verabschiedet.“ Dem Kulturkreis jedoch sei man weiterhin eng verbunden, auch weil viele der heute 95 Mitglieder in beiden Vereinen vertreten sind.

Seit der Gründung des Inninger Vereins Heimatgeschichte haben etliche historische Ausstellungen stattgefunden, die maßgeblich unter Federführung von Edeltraud Schramm organisiert wurden. Doch auch die ortshistorischen Spaziergänge sind mittlerweile eine lieb gewonnen Tradition in der Ammerseegemeinde, freut sich die 74-jährige Vorsitzende Jutta Göbber. Priorität aber habe der Aufbau und die Betreuung des Gemeindearchivs.

„Angefangen haben wir in einem winzigen Kellerraum in der Grundschule. Uns reichte damals ein zweitüriger Schrank“, erzählt Jutta Göbber. Heute befindet sich das Archiv im Dachgeschoss des Feuerwehrhauses, dort wo früher der Gemeinderat tagte. „Und die Schrankwände rund um den einstigen Sitzungstisch sind bis zum Bersten voll.“

Anlässlich der Jubiläumsfeier des Vereins am kommenden Freitag, 3. Mai, wird im Gasthof zur Post unter dem Titel „Buch am Ammersee – lange verborgen und unentdeckt“ die 13. Ausgabe der Inninger Geschichtsblätter vorgestellt. Bereits beim ersten Durchblättern der Korrekturfahnen fällt es schwer, diese zur Seite zu legen. Spannend ist es allemal zu lesen, dass zu Buch einst auch der Wörthsee gehörte und dass sich bereits vor mehr als 100 Jahren die Münchner in der damals selbstständigen Gemeinde Buch einkauften. Unter anderem berichtete der Land- und Seebote Ende des 19. Jahrhunderts: „Zu einem der reizendsten Punkte in nächster Nähe des Ammersee Gestades gehört das liebliche Dorf Buch, das während der Sommerzeit von Münchner und Augsburger Ausflüglern gerne aufgesucht wird. Innerhalb der letzten zwei Jahre sind in Buch mehrere neue Villen entstanden, die fast sämtlich Eigentümer Münchener Bürger sind…“.

Erhältlich sind die neuesten Aufzeichnungen diesmal über den Inninger Ortsteil Buch am Freitag gegen eine Spende in Höhe von 10 Euro. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr.

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