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Heinz Schnabl will sich nun wieder aufs Kerngeschäft konzentrieren – das Kreieren und Verkaufen von Accessoires.

CODELLO

Zurück zu den Wurzeln

Die Firma Codello im Interkommunalen Gewerbepark Inning war ein Wunschgebäude am Wunschort, das das Hechendorfer Familienunternehmen erst 2014 bezog. Die Kosten für den Unterhalt sind der Firma nun über den Kopf gewachsen. Das Gebäude wurde an TQ Systems verkauft, das Factory-Outlet in Hechendorf steht ebenfalls zum Verkauf.

Inning – Das Gebäude im interkommunalen Gewerbepark trage die „persönliche DNA“ Codellos, erklärt Heinz Schnabl. „Wir haben bewusst groß gebaut, damit wir untervermieten können. Die laufenden Kosten und das Gebäudemanagement seien zu viel geworden, gibt der 74-Jährige offen zu. Die beiden Kinder Miriam (36) und Michael (42) sowie seine Frau Annelie Schnabl sind bereits aus der Geschäftsleitung ausgestiegen.

„Das Geld können wir in unserem Business gewinnbringender einbringen“, sagt Schnabl. Er will sich auf das Kerngeschäft, „das Kreieren und Verkaufen von Accessoires“ konzentrieren. Investieren will er in neue Computertechnik für ein optimiertes, automatisches Vertriebssystem mit den Einzelhändlern.

Auch für ein Kerngeschäft braucht sind Räume notwendig. „Vorstellbar wäre, einen Teil der Inninger Räumlichkeiten als Mieter weiter zu nutzen.“ Oder ein Mietobjekt in Fürstenfeldbruck oder Freiham. „Die Mitarbeiter wollen wir mitnehmen“, betont der Geschäftsführer.

Eine von Innings 45 Mitarbeitern ist Katharina Jakob. Die Kreativ-Chefin kniet vor einem Berg Mützen und Schals der neuen Kollektion. Unter den Händen des Designer-Teams, dem auch Tochter Miriam Schnabl angehört, entstehen jährlich um die 1000 neue Kreationen, die sich schon mal zum Renner entwickeln. Wie der Schal mit dem Dumbo-Motiv, der sich an einem Apriltag 10 000-mal verkauft hatte – und die Webseite unter dem Bestellpensum kurz zusammenbrach.

Den Trend Internet habe man zu lange vernachlässigt, gesteht Firmenchef Schnabl. „Wir haben uns zu sehr auf den Einzelhandel und unsere eigenen Läden verlassen.“ Das führte zu rückläufigem Umsatz, der 2017 voraussichtlich bei 14 Millionen Euro liegt. Zehn Prozent erwirtschaftet der Online-Handel, wobei die Firma eng mit Bloggern zusammenarbeite, und 25 Prozent machten die unter Miriam Schnabl entstandenen Produkte mit Walt-Disney- und Peanuts-Figuren aus.

Für den anstehenden Winter hat das Unternehmen verstärkt die Umwelt im Blick. Das Pandi-Corn, ein Einhorn mit einem Panda, soll auf recycelten Textilien aufgebracht werden. Damit tragen diese weiterhin die Handschrift von Tochter Miriam, die wie Bruder Michael ihre Mitwirkung in der Geschäftsführung aufgibt. „Das steht schon länger fest. Sie wollen sich mehr auf ihre Familie konzentrieren“, sagt der Senior. Dem Label stünden sie weiterhin beratend zur Seite.

Für die Kinder steigt Lothar Hiese im kaufmännischen Bereich ein. Annelie Schnabl bleibe Leiterin der Stores – auch im Fünfseen-Factory-Store, der noch in Hechendorf ist. Das Outlet soll im Landkreis bleiben und mit dem Internetverkauf verzahnt werden. 2005 hätten die Schnabls dort gern ausgebaut, was baurechtlich nicht möglich war. Über die Zukunft dieses Standorts ist noch nicht abschließend entschieden: Das Verkaufsangebot sei ein Versuchsballon und geschehe „weder aktuell noch schnell“, so Schnabl.

Die Marke Codello werde jedenfalls weiterentwickelt: Neben der Arbeit als Lizenznehmer planen die Verantwortlichen ein Geschäftsmodell als Lizenzgeber für Taschen, Bettwäsche oder Pullover. Viele Visionen, für die das Unternehmen Sicherheiten braucht. „Mit dem Verkauf an TQ System fällt eine Last von mir ab“, ist Schnabl erleichtert.

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