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Dampfer betankt: Defekt lässt Diesel auslaufen

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Großeinsatz im Stegener Hafenbecken: Nach dem Defekt beim Betanken mussten rund 200 Meter Ölsperren verlegt werden; ein Teil des Diesels konnte gebunden werden. In See oder Amper gelangte nichts. © Michèle Kirner

Beim Betanken der MS Utting in Stegen ist es am Montag zu einem Unfall gekommen. Mehrere Feuerwehren mussten im Hafenbecken Ölsperren legen. Die Seenschifffahrt sucht die genaue Ursache des Vorfalls.

Stegen/Leoni – Mit rund 200 Meter langen Ölsperren und diversem Bindematerial haben mehrere Feuerwehren am Montag auf dem Hafengelände der Bayerischen Seenschifffahrt in Stegen einen Dieselteppich bekämpfen müssen. Beim Betanken eines Dampfers war es zu einem Defekt gekommen. Die ausgelaufene Menge war nach Angaben von Schifffahrtsgeschäftsführer Michael Grießer glücklicherweise gering.

Die MS Utting, das neuste Schiff der weiß-blauen Flotte auf dem Ammersee, wurde am Mittag von zwei Mitarbeitern mit einem Drucksystem mit Diesel betankt. Das darf man sich nicht wie das Betanken eines Autos vorstellen – es geht um große Mengen, die unter Druck in den Tank gepresst werden. Dabei kam es Grießer zufolge zu einem Defekt, dessen genaue Umstände noch zu klären sind. Jedenfalls gelangten nach Schätzung der Wasserschutzpolizei zwei bis drei Liter Diesel in das Hafenbecken. Diese Menge reicht für einen Teppich aus. „Es ist aber kein Gewässerschaden zu befürchten“, sagte Boris Netschajew von der Polizei Dießen auf Anfrage. Auf den See oder in die Amper sei der Diesel nicht getrieben, sondern blieb im Hafenbecken.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Inning, Herrsching, Dießen, Grafrath und Schondorf mit einem Dutzend Fahrzeugen, wie Herrschings Kommandant Daniel Pleyer erklärte. Der Einsatz begann gegen 12.15 Uhr und dauerte bis in den späten Nachmittag. Die Ölsperren werden bis heute bleiben, mindestens. Einen Teil des Films banden die Einsätzkräfte ab. Die Feuerwehr Grafrath kontrollierte mit ihrem Motorboot die Amper. Anfangs, berichtete Einsatzleiter Markus Schamberger von der Feuerwehr Inning, habe man befürchtet, der Dieselfilm würde in die Amper ziehen.

Der Hafen war zunächst gesperrt; Dampfer blieben in Schondorf und in Buch, erklärte Grießer. Am späten Nachmittag musste die Schifffahrt alle anderen Schiffe aus dem Hafen fahren, um weitere Bereiche abbinden bzw. absaugen zu können. Einige Dampfer blieben so lange vor Stegen auf dem See liegen. Ob alle Schiffe die Nacht im Hafen vertäut werden können, war zunächst unklar. Für die „Herrsching“ etwa war wegen der Sperren kein Platz.

Schifffahrt sucht den Fehler

Es habe noch nie einen solchen Vorfall am Ammersee gegeben, sagte Geschäftsführer Grießer: „So etwas soll nicht vorkommen, und wir werden alles tun, damit es nicht wieder vorkommt.“ Die Ursachenforschung begann, als die Feuerwehren noch Ölsperren legten. Netschajews Angaben nach ist ein Fehler der Mitarbeiter ausgeschlossen. Grießer schließt eine technische Ursache nicht aus, denn der Tankvorgang sei wie immer rechtzeitig beendet worden – und dann kamen eben doch noch ein paar Liter nach. Eine defekte Tankanzeige des 2017 in Dienst gestellten Dampfers „Utting“ kommt in Betracht, aber auch ein Aufschäumen des Diesels bei warmen Temperaturen – dass kennen auch Autofahrer. Wasserwirtschaftsamt, Landesamt für Umwelt und andere Behörden waren vor Ort oder waren über den Vorfall informiert. Die Wärme derzeit erweist sich in diesem Fall als glückliche Fügung. Denn: Der Diesel auf dem Wasser verdampft von sich aus recht schnell.

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