Das Untergeschoss mit dem Jugendheim bleibt bestehen, das neue Kinderhaus wird drauf gebaut. Allerdings war die Decke nach dem Abriss undicht und der Mai außergewöhnlich nass. Nun geht es um Schadensbegrenzung.
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Das Untergeschoss mit dem Jugendheim bleibt bestehen, das neue Kinderhaus wird drauf gebaut. Allerdings war die Decke nach dem Abriss undicht und der Mai außergewöhnlich nass. Nun geht es um Schadensbegrenzung.

Inninger Jugendheim

„Das kriegen wir schon wieder hin“

  • vonAndrea Gräpel
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Beim Neubau des Kindergartens St. Johannes in Inning steckt seit Beginn der Wurm drin. Über sieben Jahre gab es aus unterschiedlichen Gründen Verzögerungen (wir berichteten). Nun kam es im Jugendheim zu eienem Wasserschaden.

Inning - Im Februar endlich konnten die vier Gruppen das Haus an der Landsberger Straße räumen und in Übergangsunterkünfte ausweichen, das Gebäude abgerissen werden. Bestehen blieb das Jugendheim, das im Untergeschoss untergebracht ist. Dort kam es nun zu einem massiven Wasserschaden, nachdem die Abrissarbeiten in einem Monat erfolgten, der so verregnet war wie selten ein Mai.

Innings Jugendreferentin Marita Seefelder (Grüne) sprach das Thema in der Bauausschusssitzung am Dienstagabend unter dem Punkt Verschiedenes an, einen Speicherstick voller Fotos in der Tasche. „So geht’s nicht“, empörte sich auch ihre Fraktionskollegin Barbara Wanzke. Da hätte doch jemand Stopp sagen können, meinte sie. Denn so wie Marita Seefelder war sie der Meinung, „so ein Schimmel entsteht nicht von einmal Wassereinbruch“.

CSU-Gemeinderat Thomas Bauer ist beruflich fast täglich an der Baustelle. „Es war vorher bautechnisch nicht möglich, die Decke nach dem Abriss abzudichten“, wusste er. Die einzige Möglichkeit wäre es gewesen, den „Keller“ vielleicht von Anfang an ganz zu räumen.

Architekt Thomas Dahmen sagt im Gespräch mit dem Starnberger Merkur, dass auf die Gefahr eines Wassereintritts durchaus aufmerksam gemacht worden sei. Die Sachen, die vom Kindergarten dort gelagert würden, seien deshalb von Anfang an aufgebockt worden. „Da ist auch nichts passiert.“ Die Verantwortlichen des Jugendheims habe er „500-mal“ darauf hingewiesen. „Wenn ich ein Erdgeschoss abtrage, wird es reinregnen“, erklärt er. Heizungs- und Wasserrohre führten nun mal von oben nach unten und seien nicht so einbetoniert, dass nichts durchsickert. Erschwerend sei hinzugekommen, dass der Mai sehr regenreich gewesen sei.

Im Übrigen beurteilt Dahmen den aktuellen Schaden weniger dramatisch. Vielleicht sei das eine oder andere Möbelstück nicht mehr verwendbar, ansonsten müssten die Räume nur gut durchgelüftet und dann maschinell wieder ausgetrocknet werden. Die Decke werde bereits abgedichtet, ein Experte der Trocknungsfirma sei auch schon da gewesen.

Die beiden Gemeinderätinnen der Grünen fragen sich, wer das bezahlen soll? Eine Versicherung werde den Wasserschaden wohl nicht tragen und wenn, wessen? Das Gebäude gehört der Kirchenstiftung, sie ist auch Bauherr. Die Kellerräume werden den Jugendlichen, also der Gemeinde, seit Jahrzehnten zur Verfügung gestellt. Vertraglich abgesichert ist das nicht, das soll nun erst mit dem Neubau des Kindergartens erfolgen, sagte Bürgermeister Walter Bleimaier gestern auf Nachfrage. Auch er gehe nach Rücksprache mit dem Architekten davon aus, dass der Schaden überschaubar sei. „Das kriegen wir schon wieder hin.“ Bei der Frage, wer wohl dafür die Kosten trägt, zuckte er mit den Schultern: „Am Schluss zahlt die Gemeinde immer.“

Auch wenn die Decke des Jugendheims nun abgedichtet werden kann, „es wird noch etwas dauern, bis man oben einen Baufortschritt sehen kann“, sagt Architekt Dahmen. Bevor mit dem Neubau begonnen werde, müsse rund um den Restbestand erst alles aufgegraben werden, damit die Wände nach neuem Standard abgedichtet und gedämmt werden können. „Erst im August kommt der Zimmerer.“

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