Am 15. November 1021 hatte Heinrich I. mit seinem Tross Halt in Inning gemacht.
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Am 15. November 1021 hatte Heinrich I. mit seinem Tross Halt in Inning gemacht.

Historische Revue

Der Kaiser muss wohl warten

  • vonAndrea Gräpel
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Die finale Entscheidung über die für Oktober geplante Aufführung des „Kaisertraum“ ist noch nicht gefallen, aber selbst die mit viel Optimismus gesegnete Jutta Göbber räumte in der Frühjahrsversammlung der Inninger Vereine am Mittwoch ein: „Ich bin ein arger Kämpfer, aber das dämliche Corona bricht uns.“ Vermutlich wird das Historienspiel aus Anlass der 1000-Jahr-Feier des Kaiserbesuchs in Inning deshalb erst im nächsten Jahr stattfinden.

Inning - „Es ist toll, wie alle auch in Coronazeiten mitgezogen haben“, lobte Jutta Göbber in der Online-Versammlung Mitstreiter wie Daniela Herzog, Bärbl Mehnert-Jaeger oder Martin Vogel. Die Textbücher sind längst verteilt, die Musik arrangiert, der Probenplan steht, die Hallenbelegung ist gesichert, Kosten sind kalkuliert, das Bühnenbild soweit fertig – „alles ist in Ordnung, nur Corona nicht“. Wenn der Arbeitskreis am 29. April tagt, werde Jutta Göbber den Mitgliedern – Vereinsvorstände dürften dieser ebenfalls digitalen Veranstaltung gern bewohnen –, vorschlagen, das Historienspiel abzusagen. „Wenn wir im Mai nicht mit den Proben beginnen können, wird es schon eng. Im Juni bleiben uns nur noch acht Wochen. Mit 90 Mitwirkenden werden wir das im Oktober nicht aufführen können“, bedauert die Spielleiterin, die schon bei den vorangegangenen Historienspielen in Inning federführend war.

Sollte dies der Fall sein, wird der Jahrestag am 15. November 2021 gleichwohl nicht sang- und klanglos an Inning vorbeiziehen. Das Jubiläum will die umtriebige Heimatforscherin deshalb aber nicht einfach verstreichen lassen. Es wäre nicht Jutta Göbber, hätte sie sich für den Fall der Fälle nicht auch schon eine Alternative ausgedacht. Eine unter dem Motto „Wir sind Kaiser“ und mit Lesung, Gesang und Musik. „Ziel ist, den Tag vor 1000 Jahren in Erinnerung zu bringen“, als der Kaiser mit seinem Tross durch Inning zog und Halt machte. Ein Detail hat Jutta Göbber auch schon gesetzt: Am Ende dieser 90-minütigen Aufführung im kleineren Rahmen würde sie gerne die Frage setzen, ob dies nun alles war? Eine Frage, die wunderbar mit dem Ausblick auf das Historienspiel – dann halt im nächsten Jahr – beantwortet werden könne. Katrin Nill-Junick war offenkundig schon eingeweiht in diese Pläne, denn sie weiß bereits, dass der Gospelchor Inning in diesem Fall auch dabei ist, aber nur mit drei Liedern. Das weitere Aufführungs-Konzept hänge von den Räumlichkeiten ab, sagte Jutta Göbber. Ihre große Hoffnung liegt auf den Schulen, sodass möglicherweise in einer der beiden Aulen ausgewichen werden könne.

Und noch mal versicherte sie: „Die große Revue werden wir deshalb nicht im Ammersee versenken.“ Dafür sei die Vorplanung schon viel zu fortgeschritten, viel zu viele Arbeitsstunden in Texte und Musik investiert. „Das holen wir dann 2022 nach.“ Sowohl der Ausweichtermin im November als auch der mögliche Nachholtermin 2022 „natürlich in Präsenz“, antwortete sie auf Nachfrage von Michael Reiserer von der Musikschule. Jutta Göbber, um deutliche Worte nie bange gewesen, sagte es frei raus: „Ich hab’ die Nase von Online voll“.

Wie erwähnt, die finale Entscheidung über Sein oder Nichtsein der Revue in diesem Oktober fällt der Arbeitskreis am 29. April.

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