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Gemeinsam packten die 48 Teilnehmer des internationalen Feriencamps, die sich drei Wochen lang in Innings Montessori Schule aufhalten, und die Asylbewerber aus der Containersiedlung Hand an und legten ein Gemüsebeet an. Das wurde anschließend natürlich gefeiert. 

Jugendcamp-Teilnehmer legen mit Asylbewerbern Gemüsebeet an

Auf einmal sind alle eins am Containerdorf

Inning – Gemeinsam mit den Asylbewerbern legen Teilnehmer eines Jugendcamps ein Beet am Containerdorf an.

„Das Beet darf maximal zehn Meter lang und drei Meter tief sein“, erklärt Henrike Martius am Samstag und steckt den Rasen am Containerdorf ab. Sie gehört zum Internationalen Feriencamp CISV München (Deutsche Gesellschaft für internationale Kinder- und Jugendarbeit), deren 48 Teilnehmer mit je vier Jugendlichen aus neun Nationen gut drei Wochen lang in Innings Montessori-Schule leben. Kaum gesagt, schon greifen Teenager und Asylbewerber zu Schaufel, Hacke und Spaten und stechen das Gras aus, bereiten den Boden für Salat, Kräuter und Pflanzen, die hier fortan gedeihen sollen – und personifizieren den fruchtbaren Boden der zarten Pflanze „grenzenlose Freundschaft“. 

Einheimische versetzen sich in Lage der Flüchtlinge: Es fließen Tränen

Völkerverständigung steht auch im Mittelpunkt des Camps, das heuer alle Tätigkeiten nach Gesichtspunkten der nachhaltigen Entwicklung ausrichtet. Schwerpunkte, die wie von selbst zu den Asylsuchenden führen, die zurzeit in den Containerwohnungen leben. Gemeinsam mit Gabriele Kaller von der Nachbarschaftshilfe und Helferkreis Asyl überlegt die gebürtige Münchnerin Chadidja Faye vom CISV, welches soziale, nachhaltige Projekt mit den Jugendlichen aus Holland, Deutschland, Italien, Rumänien, Norwegen, Schweden, Großbritannien, USA und Japan in Frage käme.

Die Idee vom Beet entwickelte sich schnell zum Favoriten. Im Vorfeld bereiten die Camp-Verantwortlichen die 14- und 15-Jährigen auf die Geschichte der Heimatvertriebenen mit Erzählungen und Filmen vor, lassen die Heranwachsenden in die Haut der Fliehenden schlüpfen. Es fließen Tränen, sagt Faye. Und es folgen lange Gespräche über die Fluchtursachen. Sie selbst sind das leuchtende Beispiel dafür, dass ein friedliches Miteinander egal welcher Nation möglich ist. Die 19-Jährige Faye ist halb Senegalesin und weiß, was es bedeutet, fremd auszusehen. 

Manche trainieren beim Beachvolleyball, manche formen zusammen einen Kreis

Hier ist sie eine unter vielen und heute bekommt Multi-Kulti ein Gesicht, wenn Asylbewerber und die Jugendlichen gemeinsam anpacken. Freilich haben nicht alle gleichzeitig im Beet Platz, so trainiert ein Teil beim Beachvolleyball – und der Rest versammelt sich auf dem Vorplatz, formt Hand in Hand einen Kreis. In ihrer Mitte die Spieler, die „Party“ buchstabieren. P ist gleich Party, a alright, r für ready, t für tonight und y, das steht für you, für „Du“. Und da bleiben sie stehen, ziehen ihr Gegenüber zu sich. Auf den Treppen betrachten die Flüchtlinge die Aktivität, bis sich die Kleinen als erste im Spiel einreihen.

Lachend greifen sie dem Nachbarn ans Ohr oder ans Knie und es dauert gar nicht lange, bevor sich zwei weibliche Jugendliche mit Kopftuch aus ihren Familien lösen und mitspielen. Überall im Containerdorf entwickelt sich eine ausgelassene Gemeinschaft, bei deren Anblick dem Betrachter unwillkürlich das Herz aufgeht. Heute, so könnte man sagen, ist die Welt im wahrsten Sinne ein Dorf und in allen Lebensfragen eins.

Von Michèle Kirner

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