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Die Digitalisierung in der Grundschule möchte der Inninger Gemeinderat vorantreiben.

Bürgerversammlung

Digitalisierung, Nachbarschaftshilfe und Sportgelände

Finanziell gesehen verzeichnete die Gemeinde Inning 2017 ein Rekordjahr, freute sich Bürgermeister Walter Bleimaier am Montag in der Bürgerversammlung.

Inning – Zu der Bürgerversammlung in Inning waren gut 60 Besucher ins Haus der Vereine gekommen. Das sei erfreulich, so der Rathauschef, denn die Kommune hat sich die Erweiterung der Nachbarschaftshilfe, die Digitalisierung der Grundschule oder das zusätzliche Gelände für den Sportverein vorgenommen. Das hatte er in seinem Gespräch mit dem Starnberger Merkur zum Ausblick für das laufende Jahr bereits verraten. 

2017 nahm die Gemeinde keine Kredite auf

Die ehemalige SPD-Gemeinderätin Jutta Göbber fand das alles schön und gut, verwies aber auf die Forderung der CSU nach Ganztagesschulen. Wo die Pierre-von-Hauwe-Musikschule dann nachmittags den Unterricht abhalten solle, wollte die ehemalige Lehrerin wissen. Der Platzbedarf werde bei gesetzlich eingeführten Ganztagsschulen ein Problem, gestand Bleimaier. Eine Lösung für die Musikschule sah er im neuen Gebäude, das auf dem Sportplatz geplant ist.

Der Radweg vom Kreisel in Richtung Hechendorf scheitere noch an den Verhandlungen mit einem Grundstücksbesitzer, reagierte Bleimaier auf eine entsprechende Frage vom Vorsitzenden der der Ortsgruppe Inning im Bund Naturschutz, Manfred Lehner. Erfreulich waren dafür die Zahlen, mit denen der Rathauschef auftrumpfte: Mit Reserven von 6 730 000 Euro, weil 2017 keine Kredite aufgenommen wurden. 

Im Gegenteil: Der Schuldenstand sank von 889 000 Euro auf 647 000 Euro. „Den Bauhof konnten wir so bezahlen“, freute sich Bleimaier. Es schaut also gut aus in Inning – aber wer viel hat, zahlt mehr. Das nämlich gilt unter den Kommunen für die Kreisumlage, für die finanzkräftigere Gemeinden tiefer in die Tasche greifen müssen als weniger wohlhabende Kommunen.

Viel Applaus und Lob für die Ehrenamtlichen

Teuer war für die Gemeinde die Kinderbetreuung mit 2850 Euro pro Nase. „Sehr gut angelegtes Geld“, fand Bleimaier. Mehrkosten stehen beim Personal an, denn die Verwaltung musste nicht nur das Bauamt mit mehr Mitarbeitern aufstocken. Die technische Abteilung und die Bauverwaltung zählen mittlerweile acht Mitarbeiter. „Die Verfahren werden immer aufwändiger und komplexer“, begründete der Bürgermeister diesen Schritt.

Als „trockenes Thema“ kündigte Bleimaier die Wasserversorgung an, die gesichert werden muss. Deshalb soll der Schlagenhofener Brunnen nach 50 Jahren Betrieb ersetzt werden. Hohe Kosten sieht der Rathauschef im Bereich Hochwasserschutz auf die Gemeinde zukommen, denn neue Vorschriften forderten Regenwasserkanäle für neue Bauvorhaben, Erweiterungen oder Umnutzungen, weil das Regenwasser nicht mehr in Schmutzwasserkanal eingeleitet werden darf. 

Für Geringverdiener gebaut wird auf dem Gelände des alten Bauhofs in Inning sowie in Buch. Momentan, verriet er, befinde er sich in weiteren Verhandlungen mit Grundstückbesitzern in Sachen bezahlbares Wohnen für Familien. Viel Applaus und Lob erhielten die Ehrenamtlichen. Allen voran die Asylhelfer, die nach wie vor dringend weitere Paten suchen. 

Weitere Versammlung

Erstmals findet in diesem Jahr eine zweite Bürgerversammlung im Ortsteil Buch statt – am Montag, 26. Februar, im Feuerwehrhaus. Beginn ist um 19 Uhr.

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