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Seit 2003 ist das Geschäftshaus mitten in Inning geschlossen und bietet einen traurigen Anblick.

Ortsentwicklung

Es ist offiziell: Sedlmayr in Inning war einmal

Der Rechtsstreit zwischen dem insolventen ehemaligen Eigentümer und dem neuen Besitzer vom Kaufhaus Sedlmayr ist beigelegt.

Inning – Eine Nachricht, die Innings Bürgermeister Walter Bleimaier sichtlich erfreut. „Die neue Einkaufsmöglichkeit ist dringend notwendig und belebt den Ortskern.“ Über die Nutzung hat er sich auch schon Gedanken gemacht: „Eine Drogerie wäre super.“

Bis vor kurzem hätten bei Bleimaier immer wieder interessierte Mieter angerufen und nachgefragt. „Jetzt aber schon länger nicht mehr.“ Gedanken gemacht hat sich auch so manch Inninger. Unter ihnen Manfred Lehner aus Buch, der für die zwei Stockwerke plus Dachgeschoss eine ganz andere Idee hätte. „Wir müssen nicht in jedem Ort alles einkaufen können“, so Lehner. Er schlägt einen Trachtenladen wie vor der Insolvenz vor. „Wir müssen nicht in jedem Ort alles einkaufen können“, ist seine Meinung. Nach dem Motto: „In jedem Ort eine Spezialität“ führt er als Beispiele die Bio-Molkerei und die Klosterbrauerei in Andechs und die guten Säfte sowie den Chocolatier in Breitbrunn an.

Was genau passiert, ist unbekannt

Einer der Starnberger Brüder, die das Haus im November 2015 aus der Insolvenzmasse erstanden haben, lässt allerdings noch offen, was die Zukunft für die Münchner Straße 2 bis 4 bringt. Vorerst ist er einfach nur erleichtert, dass der langwierige Gerichtsprozess abgeschlossen ist.

„Uns war bewusst, dass es nicht einfach wird, einen Kompromiss zu finden – allerdings nicht in diesem Ausmaß“, gesteht der Starnberger. Jetzt sind die Geschäftsleute, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, guter Dinge. Als Nutzer wäre ein Drogeriemarkt genauso vorstellbar wie kleine Geschäfte oder ein Supermarkt. „Je eher, desto besser“, findet auf jeden Fall der Bürgermeister Bleimaier.

Zuerst müssen die Gewerbeflächen geräumt werden

Bevor sich die Brüder um einen geeigneten Pächter bemühen, müssen noch die Gewerbeflächen leer geräumt werden. Dort werden Erinnerungen an alte Zeiten wach (wir berichteten): Wie ein Mahnmal steht die Tiefkühltruhe noch genau da, wo sie bis 2003 war, liegen in den Regalen der Kinderabteilung noch Spielwaren, und es scheint fast so, als ob die Kassen nur darauf warten, die Einkaufssumme auf einen Beleg zu drucken. Das alles muss die Familie ausräumen, in deren Besitz das Traditionskaufhaus über mehrere Generationen war. Auch die Wohnung müssen die Sedlmayrs räumen. Dazu äußern will sich das Ehepaar nicht, denn für sie bricht eine Welt zusammen. „Ich hatte wiederholt angeboten, dass sie für eine kleine Miete hier wohnen bleiben und Hausmeisteraufgaben übernehmen können“, betont der 58-jährige neue Besitzer auf Rückfrage des Starnberger Merkur. „Aber er wollte nicht.“

Wie das mit den zum Haus gehörenden Parkplätzen auf der gegenüberliegenden Straßenseite und der behindertengerechten Erschließung des Obergeschosses funktioniert, werde sich zeigen. Und vielleicht lässt sich das beantragte Tempo 30 auf der Hauptstraße ja doch durchsetzen. Das würde schon mal das Queren vom Parkplatz zum Einkaufen erleichtern.

Von Michèle Kirner

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