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Nach einem Kahlschlag ist die Villa gut zu sehen. 

Wald gerodet

Freier Blick auf Gottschalks frühere Villa

Der Vorgang sorgt in der Inninger Verwaltung für jede Menge Anrufe: Der Wald rund um die Villa Weiß an der Landsberger Straße in Inning ist gefällt worden. Die Villa gehörte einst Thomas Gottschalk und zuletzt seinem Bruder Christoph. Dieser hat das Haus verkauft.

Inning– Das wird schon alles seine Ordnung haben, trotzdem mehren sich im Rathaus Inning die Anrufe entsetzter Bürger. Jahrzehntelang verbarg ein Wäldchen die Villa Weiß an der Landsberger Straße in Inning, die in den 1980er Jahren in die Schlagzeilen geriet, nachdem das hartnäckige Gerücht kursierte, die Mun-Sekte wolle dort ihr Camp aufschlagen. Gut verborgen stand sie all die Zeit hinter einem dicht bewachsenen Waldstück. Eben dieses gibt es nun nicht mehr. Das erste Mal ist der Blick von allen Seiten frei auf die Villa, die eine bewegte Vergangenheit hat.

Im Bauamt der Gemeinde war bekannt, das umsturzgefährdete Bäume entlang der Straße zwischen Inning und Stegen gefällt werden sollten. Bekannt ist auch, dass der Vorbesitzer der aktuellen Eigentümer eine Bebauung angestoßen hatte. Christoph Gottschalk, dessen berühmter Bruder Thomas vor ihm lange in der Villa gewohnt hatte, hat das Grundstück erst in diesem Jahr verkauft.

„Der Bebauungsplan westlich der Landsberger Straße betrifft auch Grundstücke südlich der Alten Landsberger Straße“, sagt Andreas Sauer aus dem Bauamt. Auf dem Areal wurden rund 1100 Quadratmeter überplant, der Bebauungsplan sei aber noch nicht rechtskräftig. Zuvor müsse erst der Flächennutzungsplan geändert werden, in dem die Fläche als Waldgebiet festgelegt sei. Auch dieses Verfahren sei in Vorbereitung. Nichtsdestotrotz war auch Sauer erstaunt, als er sah, dass so viele Bäume abgeholzt wurden. Ebenso wie Barbara Wanzke. Die Grünen-Gemeinderätin hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung gefragt, ob alles mit rechten Dingen zugehe.

Weniger erstaunt reagiert Bürgermeister Walter Bleimaier. Schon Gottschalk habe darauf aufmerksam gemacht, dass eine Fällung nötig sei. Die großen Bäume seien vom Borkenkäfer befallen und die Eschen vom Eschentriebsterben. Er habe in diesem Zusammenhang mit Gottschalk darüber verhandelt, ob dieser einen Streifen zugunsten einen Radlwegs abtreten würde, sagt Bleimaier. Die Verhandlungen hätten aber leider kein Ergebnis gebracht.

Die Pläne der neuen Eigentümer für das Grundstück sind, abgesehen von der Bauleitplanung, auch Bleimaier nicht bekannt.

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