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Die Ghiasis haben großen Spaß an der Gartenarbeit gefunden und freuen sich über das frische Gemüse, das sie gerade ernten können. 

Asyl

Ein Händchen für das Gärtchen

Afghanische Familie pflegt ein kleines Gärtchen an der Container-Anlage in Inning. Die ersten Früchte sind reif.

Inning – Gurkenpflanzen klettern den Zaun hoch und tragen reichlich Früchte. Im Gemüsegarten der Inninger Container-Siedlung wachsen Zucchini, Tomaten, Salat, Chili, Bohnen, Lauch und Zwiebeln. Das Beet angelegt haben 48 Jugendliche aus neun Nationen, die im Rahmen des Internationalen Feriencamps CISV München im August 2016 drei Wochen lang in Innings Montessori Schule untergebracht waren (wir berichteten). Danach blühten an der Schornstraße Blumen, dufteten Kräuter, und Gemüsepflanze trugen die ersten Knospen – bis heute. Denn eine Familie aus dem Containerdorf hat sich des Gartens angenommen.

Zurzeit gedeiht es in dem kleinen Garten prächtig. Verantwortlich dafür ist Firoozodin Ghiasi, der im Dezember 2015 mit seiner Familie an der Schornstraße einzog. Gärtner sei er nicht, verneint der vierfache Vater. Aber er hat ganz offensichtlich einen grünen Daumen, wenn er gemeinsam mit seiner Frau Samira, Tochter Firoozeh (14) und den Söhnen Saroosh (12) und Sina (8) mit Harke, Schaufel, Gießkanne und viel Fleiß eine ganze Gemüseabteilung zum Wachsen bringt.

Töchterchen Saina (4 Monate) gluckst vergnügt auf Mamas Arm. Die afghanische Familie ist auch am Dienstag wieder im Beet zugange, als die Paten Dr. Hartmut und Dr. Marianne Gieseler vorbeischauen. Zu siebt wohnen die unterdessen anerkannten Heimatvertriebenen mit Samiras Bruder in einer engen, aber blitzsauberen Wohnung mit afghanischem Flair.

Die vierfache Mutter (33) ist im Iran geboren, nachdem ihre Eltern vor den Taliban geflohen waren. Genau wie sie hoffte der heute 46-jährige Firoozodin im früheren Persien auf einen Neuanfang. „Das war schwer“, übersetzt die 14-jährige Tochter in akzentfreiem Deutsch. „Wir Kinder durften nicht in die Schule“, erinnert sich die Jugendliche, die in der Herrschinger Mittelschule gute Noten schreibt. Um den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, brach die Familie mit Samiras Eltern und Bruder vor gut zwei Jahren nach Deutschland auf. Die Großeltern sind seither aber in der Türkei verschollen. Vergeblich hatte die Familie nach ihnen gesucht, Schließlich setzten sie mit dem Onkel nach Griechenland über – und landeten am Ende Inning.

„Diese nette Familie war für uns ein Glücksfall und eine Bereicherung“, freuen sich die Paten. Dass sie sich sehr gut integriert haben, muss gar nicht gesagt werden. Das ist offensichtlich. „Die Menschen hier sind richtig nett“, freut sich der Vater. Er arbeitet noch an seinem Deutsch, brütet täglich über Vokabeln. „Damit ich wieder als Metzger arbeiten kann.“

Am Küchentisch sprechen sie oft Deutsch. Unter Anleitung der Tochter, die einmal Lehrerin werden möchte. Die nette Familie sucht jetzt eine Wohnung. Am liebsten im Landkreis und in der Nähe der vielen Freunde, die sie hier gefunden haben. Und natürlich, weil der jüngste Sohn beim SV Inning auf eine spätere Fußballkarriere hintrainiert. Es ist mittlerweile Nachmittag und der Vater, der Hausmeisterarbeiten in der Container-Siedlung übernimmt, eilt zum Beet. Schnecken absammeln und später noch einmal gießen.

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