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Ohne Einbau einer Querungsinsel soll die Inninger Ortsdurchfahrt saniert werden. Mit diesem Beschluss des Gemeinderates kann das Bauamt nun handeln. 

Bauamt und Gemeinde arbeiten getrennt 

In puncto Ortsdurchfahrt: Inning macht Nägel mit Köpfen

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Schon seit langem diskutieren die Inninger Gemeinderäte, wie die Ortsdurchfahrt der Gemeinde saniert werden soll. Nun machte das Staatliche Bauamt Weilheim Druck. 

Inning – Geraume Zeit haben sich die Inninger Gemeinderäte mit der Gestaltung der sanierungsbedürftigen Ortsdurchfahrt auseinandergesetzt. Etliche Varianten wurden diskutiert und genauso viele verworfen. Johann Ritzer (Freier Bürgerblock) mahnte in der Ratssitzung am Dienstag, „endlich Nägel mit Köpfen zu machen“. Er erinnerte an den Hinweis seitens des Staatlichen Bauamts bei der Bauausschusssitzung eine Woche zuvor, Geld für die Inninger Sanierungsmaßnahme sei vorhanden. Allerdings könnten die Mittel in andere Projekte fließen, sollten sich die Inninger mit einer Entscheidung weiterhin schwer tun (wir berichteten). Ritzer: „Wir haben uns selbst in die Bredouille gebracht.“

In die gleiche Kerbe schlug Anja Wagatha (CSU), als sie sagte: „Wir drehen uns im Kreis.“ Sie schloss sich der Ansicht von Bürgermeister Walter Bleimaier an, eine Querungshilfe im Bereich des Marktplatzes mittels einer Verkehrsinsel mache keinen Sinn, weil solch eine Maßnahme Bushaltestellen an dieser Stelle unmöglich mache. Zudem nahm sie Bezug auf einen kurz zuvor gefassten Beschluss des Gremiums.

Der Fahrbahnbelag wird Aspahlt-Feinbeton

Der Gemeinderat hatte sich bei der Auswahl des neuen Fahrbahnbelags für Asphalt-Feinbeton entschieden – in Verbindung mit dem Einbau konischer Kanaldeckel. Die würden eine ebene und damit ruckelfreie Fahrbahndecke garantieren. Zudem lasse sich mit diesem Belag wegen der Abrollgeräusche eher eine Tempo-30-Zone zur Lärmreduzierung durchsetzen. Das senke die Gefahr für Fußgänger beim Queren der Straße, sagte Wagatha.

Für Monika Schüßler-Kafka (FW) war die Querungsinsel (Planvariante 6) ebenfalls aus dem Rennen. Sie brachte die Variante 4 ohne Querungshilfe, aber dafür mit Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe der Aufenthaltsflächen am Marktplatz ins Spiel. Dem schloss sich Barbara Wanzke (Grüne) an. Weil sie sich vom Bauamt „unter Druck gesetzt fühlt“ (Stichwort: Finanzierung), regte sie an, im Gespräch mit der Behörde einen Konsens zu finden. Auf Nachfrage habe sie bei der Regierung von Oberbayern erfahren, Bauamt (Baulastträger für die Fahrbahn) und Gemeinde (begleitende Maßnahmen) könnten selbstständig und getrennt voneinander planen und ihre Maßnahmen durchführen. „Das nimmt uns den zeitlichen Druck und wir können in Ruhe mit einem eigenen Planer weitere Überlegungen zur Gestaltung der Aufenthaltsflächen anstellen. Das Bauamt kann die Ausschreibung für seine Arbeiten unabhängig davon ausschreiben.“

Das Bauamt ist mit dem Kompromiss einverstanden

Dieser Vorschlag fand die einhellige Mehrheit des Rates, der mit der Wahl für die Planvariante 4 dem Bauamt das Signal gibt, die Arbeiten für die Fahrbahnsanierung samt neuer Busbuchten auszuschreiben.

Raphael Zuber, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt für den Landkreis Starnberg, kann mit diesem Konsens leben, wie er dem Starnberger Merkur sagte: „Wir benötigen nur eine Lösung für den Straßenraum und die Busbuchten. Wie der Marktplatz im Übrigen gestaltet werden soll, ist allein Sache der Gemeinde.“ 

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