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Die Ortsdurchfahrt Inning ist stark belastet, die Anlieger wünschen sich deshalb eine Umgehung und sind froh, dass die Trasse im Flächennutzungsplan bleibt.

Ortsumfahrung

Diskussion neu befeuert

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Umfahrungstrasse Inning: Die Gegner der Trasse sind verärgert über die Befürworter im Wahlkampfmodus.

Inning– „Die Leute werden in die Irre geführt“, finden Katrin Nicolodi und Jürgen Hatz. Die beiden Gemeinderäte der Bürgerinitiative für Innings Zukunft (BIZ) lassen ihrer Verwunderung in einer Pressemitteilung freien Lauf. Es sei ihnen unverständlich, wie der Gemeinderat Inning in der letzten Sitzung vor den großen Ferien für die Beibehaltung der Umgehungstrasse im Flächennutzungsplan stimmen konnte, nachdem erst im Februar genau das Gegenteil beschlossen worden war (wir berichteten). „Wäre dieser Formfehler nicht passiert, wäre das Ding nicht nochmal auf der Tagesordnung gelandet“, sagt Hatz.

Das Thema Umgehungstrasse musste erneut im Gemeinderat beraten werden, weil die öffentliche Auslegung einen Tag zu früh beendet worden war. Um nun diesen Formfehler zu beheben, war der Gemeinderat vom Landratsamt aufgefordert worden, erneut zu entscheiden. In Kenntnis dieses Fehlers hatten die Befürworter einer Umgehung vor der jüngsten Gemeinderatssitzung neuerlich Unterschriften gesammelt.

„Nachdem sich die Emotionen um das Thema nach der Entscheidung für eine Herausnahme im Februar gerade gelegt hatten, wird die Diskussion nun wieder neu befeuert“, bedauert Hatz. Und weil zudem Kommunalwahlen vor der Tür stehen, wundert ihn und seine Fraktionskollegin die Kehrtwende nicht, sie ärgern sich aber darüber. „Selbst der Planungsverband hält die Trasse für ungeeignet.“

Ganz abgesehen davon, dass sich die Bürger in zwei Entscheiden gegen eine Umfahrung über Schorn ausgesprochen hätten. Wegen dieses Bürgerwillens hat Bürgermeister Walter Bleimaier im Juli wie die Gemeinderäte von Grünen und BIZ an einer Herausnahme der Trasse festgehalten – blieben diesmal aber in der Minderheit (wir berichteten).

„Es ist ein Beschluss, der alle zukünftigen Möglichkeiten offenlässt und dass die Trasse nicht sinnlos verbaut wird“, freuen sich die Umfahrungsbefürworter auf ihrer Internetseite (pro-inning.de) und zeigen mit dem Finger auf jene, die für die Herausnahme stimmten.

Mit den vorerst gescheiterten Grundstücksverhandlungen für einen neuen Sportplatz stehe dieser aktuelle Beschluss aber in keinem Zusammenhang, meint Hatz. „Das würde aber auch mit Umfahrung funktionieren, es wird halt immer enger.“ Der Vereinsreferent will unter diese Verhandlung im übrigen keinen Schlussstrich ziehen: „Es hakt an beiden Seiten. Es ist aber nicht so, dass der Grundeigentümer sagt, er will nicht verkaufen.“

Hatz betont, dass er und die BIZ zwar gegen eine Umfahrung entlang dieser nun weiterhin im Flächennutzungsplan vorgemerkten Trasse seien. „Das bedeutet aber nicht, dass wir am Durchgangsverkehr nicht auch etwas ändern wollten“, versichert er. Die Ortsdurchfahrt, wie sie ist, sei nicht tragbar. Eine Trennung vom See, so wie es durch die Schorn-Trasse geschehen würde, aber auch nicht. Abgesehen davon, dass die erneute Abstimmung zum Flächennutzungsplan nur Möglichkeiten für später offen lasse, an den Tatsachen aber nichts ändere. Die Bürger seien irritiert, „aber eine Umfahrung wird nicht gebaut“.

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