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Ortsdurchfahrt Inning

Verkehr

Die Straße, der Lärm und Emotionen

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Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn die Öffentlichkeitsbeteiligung der Lärmaktionsplanung für Hauptverkehrsstraßen außerhalb von Ballungsräumen läuft bald ab. Gerade noch rechtzeitig wollte Innings Grünen-Gemeinderätin Barbara Wanzke darauf in der Sitzung am Dienstag hinweisen, wenn ihr nicht Anlieger der Ortsdurchfahrt zuvor gekommen wären.

Inning – Dr. Walter Bube und einige Mitstreiter für eine Verkehrs- beziehungsweise Lärmentlastung an der Ortsdurchfahrt In ning waren in die Sitzung gekommen, um ihr Anliegen in der Bürgerfragestunde anzuschieben. Nachdem eine Umfahrung für Inning nicht mehr infrage kommt, kämpfen die Anwohner der Staatsstraße für Entlastungen – zumindest für eine Mitwirkung auf dem Weg dahin. Zwei Bürgerwerkstätten zu diesem Thema hatte es schon gegeben, und Bürgermeister Walter Bleimaier hatte im Februar 2018 eine weitere versprochen. Es geht um die Umsetzung eines kommunalen Lärmprogramms, in das unter anderem Lärmschutzbeläge und Lärmschutzzäune integriert seien, die nicht wie ein Tunnel wirkten, hatte Bleimaier damals in der Bürgerversammlung gesagt. Die Planung wollte er den Bürgern in der Bürgerwerkstatt in die Hand geben. Darauf warten die Anlieger aber bis heute. Im Durcheinander der Vorwürfe stand am Dienstag die Tempo-30-Forderung auf der Staatsstraße im Mittelpunkt. Wie berichtet, hat der Gemeinderat mehrere Vorstöße deswegen gewagt. Zur Not will er das Geschwindigkeitslimit auch einklagen.

„Wir sind dabei“, sagte Bleimaier am Dienstag. „Ich kann nichts abgeben, wenn ich nicht weiß, was dabei rauskommt.“ Den Anwohnern der Ortsdurchfahrt war das zu wenig. „Es kommt immer so rüber, als würden wir streiten wollen, dabei wünschen wir uns nur eine Lösung“, sagt Bube im Gespräch mit dem Starnberger Merkur, auch wenn er in der Sitzung am Dienstag nicht zimperlich in der Wortwahl war: „Inning hat die Öffentlichkeitsarbeit verpennt“, schimpfte er dort. Es wäre schön, vorab Informationen zu bekommen, sagte auch Peter Sondermeier. „Das sind Emotionen, die dann mit einem durchgehen“, räumte Bube gestern ein.

Seit 2012 gibt es so genannte Lärmkarten, die das Landesamt für Umweltschutz veröffentlicht. Inning ist darin eine von 1300 lärmbelasteten Gemeinden. „Wenn ich im Umweltatlas mein Haus anklicke, kann ich genau sehen, wie hoch der aus den Verkehrszahlen berechnete Taglärm und Nachtlärm ist“, erzählt Bube. Zugrunde liegt diesen Karten eine Verkehrszählung, die alle fünf Jahre vorgenommen wird. Wie berichtet, war die jüngste Zählung 2015 nicht stimmig. Die Gemeinde hatte daraufhin noch mal zählen lassen, ihr eigenes kommunales Programm angestoßen und Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben. Um den von Bleimaier erwähnten „Tunnel“ zu vermeiden, wurde zudem eine Ortsplanerin eingebunden. „Aber wir nicht“, beklagt Bube, der sich wie seine Mitstreiter eine Öffentlichkeitsbeteiligung wünscht. „Die findet in Inning nicht statt.“

Ein versprochener und von der EU seit 2002 geforderte Lärmaktionsplan liegt in seiner endgültigen Fassung ebenfalls noch nicht vor. Inning ist da kein Einzelfall. Auch andere Orte hängen hinterher. Das Landesamt für Umweltschutz arbeitet deshalb an einem zentralen Lärmaktionsplan, in den das Ergebnis der laufenden Umfrage einfließen soll. „Für die Anwohner der Hauptstraße in Inning ist das wichtig“, findet Bube. Auch Barbara Wanzke sagt, dass möglichst viele Inninger an der Umfrage teilnehmen sollten. Ob daraus zugleich Maßnahmen abgeleitet werden können, steht auf einem anderen Blatt. Die Möglichkeit besteht bis zum 28. März unter www.umgebungslaerm.bayern.de im Internet.

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