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Köchin am Werk: Auch das Rezept für die Rosinenbrötchen ist in Birgit Fazis jüngstem Kochbuch „Fingerfood – bayerisch gut“ zu finden. 

Kochkunst

Bayerische Tapas zum Selbermachen

Die Inningerin Birgit Fazis hat ein Kochbuch geschrieben. Es ist bereits ihr drittes, und es geht um bayerische Tapas. 

Inning– Birgit Fazis ist 43 Jahre alt, Mutter dreier Töchter und bezeichnet sich als einen Menschen, der sich „in Nullkommanichts wahlweise glücklich kocht oder bäckt“. Ihre Liebe zum Kochen verdichtet die Foodbloggerin regelmäßig in „emmabeesblog“ und „breadandhoney.de“ – und sie hat mittlerweile einige Rezepte in drei Kochbüchern verarbeitet. Ihr jüngstes Werk erschien beim Ulmer Verlag und ist nach dem Erstlingswerk „Bayerisch-vegetarisch“ die bayerische Variante spanischer Tapas: „Fingerfood – bayerisch gut“.

Anregungen für die Häppchen sammelte Fazis auf Kochseiten im Internet oder in Kochbüchern und nicht selten aus Erzählungen. Etwa, wenn Gatte Stefan von den Menüs in seiner Kantine plaudert. Kürzlich schickte er ihr Handyfotos von Nougatteilchen und beschrieb den Geschmack im Detail. „Das Rezept müsste ähnlich wie Marillenknödel sein“, sinnierte Birgit Fazis damals. Probeweise verwandelte sie übrig gebliebene Schokoeier in einen Schokoladen-Kern, den sie in einen Teig einschlug. Dann kochte sie die süßen Knödel im Wasserbad. Der Versuch gelang und die Nuss-Nougat-Bällchen schafften es auf Seite 89 ihres neuen Werks.

Manchmal ereilt sie ein Rezept auch beim Lesen eines Romans, in dem der Autor seine Protagonisten beim Schwelgen beschreibt. „Das ist wie Kopfkino“, sagt die 43-Jährige, die bei solchen Gelegenheiten sofort überlegt, wie sie Ähnliches zubereiten könnte. Auf diese Weise entstand die Aprikosentarte mit Lavendel, die jedoch noch in keinem ihrer Kochbücher Einzug gehalten hat.

Vom Oktoberfest stammen in der neuesten Veröffentlichung Edie Schoko-Äpfel, der Liebling von Tochter Frieda. Ihre Jüngste, Heidi, steht auf die Brezn-Wiener – und der persönliche Favorit der Autorin sind die Rosinenbrötchen, die bei Gästen immer reißenden Absatz finden. Alles Kreationen, die nie am Schreibtisch, sondern am Küchentisch mit echten Zutaten entstehen.

Echt sind auch die Produkte, die Fazis mit ihrer Kamera fotografiert, und mit der sie ihre Rezepte jeweils bebildert. „Die Umsetzung gelingt allerdings nicht immer“, gesteht sie. Außerdem fielen einige Rezepte der Gourmet-Kritik vom Ehemann und ihren Töchtern Emma (12), Frieda (9) und Heidi (5) zum Opfer – denn schließlich sei es „das zufriedene Lächeln in ihren Gesichtern, dem ich bei jedem Rezept hinterherjage“. Gatte Stefan fungiert obenauf als Gastautor. Aus seiner Feder stammt das „Backhendl auf Kartoffelsalat“. Denn sie selbst esse kaum Fleisch und schon gar kein Huhn, sagt die Pädagogin.

Beim Kochen zelebriert Birgit Fazis die „Langsamkeit in der Küche“. Und Verbote haben bei ihr nichts verloren. So ist der gekaufte Flammkuchenteig genauso erlaubt wie die fertigen Spätzle aus der Kühltruhe. Der Honig, den Fazis verwendet, stammt von den fünf eigenen Bienenvölkern. Momentan reifen die Freude am Imkern und die Liebe für das Brotbacken zu einem neuen Projekt: „Wenn alles klappt, heißt mein nächstes Buch „Brot und Honig.“

„Fingerfood –
bayerisch gut“

ist im Ulmer Verlag erschienen und für 14,95 Euro im Buchhandel oder im Internet erhältlich.

Michèle Kirner

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