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Im Mai hatte sich Spaziergängern dieser Anblick im Ampermoos geboten. Sie machten sich Sorgen, die nach Ansicht der Kreisbehörde laut einem aktuellen Schreiben unbegründet sind. 

Untere Naturschutzbehörde gibt Entwarnung

Der Biber als Landschaftsarchitekt im Ampermoos?

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Spaziergängern bietet sich im Ampermoos ein Landschaftsbild, das manch einem Sorge bereitet: Biber haben zahlreich Bäume stark angenagt. Doch die Untere Naturschutzbehörde hat angesichts der Aktivitäten des Nagers keine Bedenken. 

Inning Es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, dass Innings Bürgermeister Walter Bleimaier sich die Mühe gemacht hatte, mehr als 100 Aufnahmen zusammenzustellen, die er zuvor bei einer gemeinsamen Begehung mit dem Jagdpächter im Ampermoos vom Biberverbiss gemacht hatte. Zusammengestellt hatte er die Aufnahmen für die Untere Naturschutzbehörde, und zu den Bildern gab es einen Begleittext, in dem er erschrocken auf das Ausmaß des Verbisses aufmerksam gemacht hat. Zwischenzeitlich waren auch andere Spaziergänger auf die abgeringelten Bäume aufmerksam geworden. Etwa Bleimaiers Bürgermeister-Stellvertreterin Monika Schüßler-Kafka. Die Biberberater hatten dazu im Frühjahr gesagt, dass angenagte Bäume allein kein Grund seien, sich Sorgen zu machen (wir berichteten).

Bleimaier hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Antwort auf sein Schreiben. Auch zehn Monate später wartete er noch. Erst Ende November lag eine Antwort auf dem Tisch. Am Dienstag verteilte er dieses Schreiben an seine Ratskollegen. Und Monika Schüßler-Kafka reagierte einigermaßen entsetzt. Denn die Schäden durch den Biber im Ampermoos werden seitens der Kreisbehörde als nicht erheblich angesehen.

Bleimaier sieht Gefahr im Verzug

Die Auskunft aus Starnberg sei im Übrigen schon Ende 2018 dem Jagdpächter vom Biberberater Franz Wimmer gegeben worden. Die Untere Naturschutzbehörde hatte die Angelegenheit deshalb als erledigt angesehen und entschuldigt sich bei Innings Bürgermeister. Bleimaier hatte in seinem Schreiben die Sorge ausgesprochen, dass die ehrenamtlichen Helfer, die sich für die Sicherung des Baumbestandes vor Biberschäden einsetzten, auf verlorenem Posten stünden. Aus Bleimaiers Sicht schien die Gefahr wenigstens augenscheinlich im Verzug.

Unter Berücksichtigung der Zielsetzungen im Naturschutzgebiet werden die Schäden aus naturschutzfachlicher Sicht aber als nicht erheblich angesehen. Im Gegenteil, der Verbiss an Sträuchern sei fachlich sogar erwünscht, da die Entfernung der Sträucher ansonsten im Rahmen einer erforderlichen Pflege bezahlt werden müsste. Der „Biber als Landschaftsarchitekt“ erfahre derzeit sogar besonders große Wertschätzung. Auch deshalb, weil er aufgrund der jüngsten extremen Trockenperioden dafür sorge, dass der Wasserstand in den örtlichen Fließgewässern konstant gehalten werde. Für das Ampermoos komme dem Biber umso größere Bedeutung zu. Im Übrigen verweist die Behörde auf Schutzmaßnahmen, die auf www.lk-starnberg.de unter dem Stichwort Biber zu finden sind.

Bleimaier hätte sich von der Naturschutzbehörde eine fundiertere Antwort gewünscht

„Das gibt’s doch nicht“, meinte Monika Schüßler-Kafka nach der Lektüre. Bleimaier selbst hätte sich die Antwort fundierter erwünscht, schließlich nage der Biber „auch Eichen um und jede Menge Fichten. Der macht da schon ganze Arbeit“, sagt Bleimaier. Ganz abgesehen davon, dass die B471 nicht weit entfernt sei. Dies finde keinerlei Erwähnung  

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