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Gibt es ein gutes Mittel gegen die Mückenplage?

Mückenplage

Mückenbekämpfung spaltet Ratsrunde

  • vonAndrea Gräpel
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Lebhafte Diskussion über Mückenbekämpfung im Inninger Gemeinderat. Die Entscheidung blieb aber aus.

Inning – Nachdem sich die Nachbargemeinde Echingerbei großer Wahlbeteiligung per Bürgerentscheid für eine Bekämpfung der Überschwemmungsmücken ausgesprochen hat, stellte Innings Bürgermeister Walter Bleimaier seinen Ratskollegen am Dienstag diese Frage: „Was machen wir?“ Die Meinung dazu ist in der Runde ganz unterschiedlich, nachdem die großflächige Anwendung des Biozids Bti auch unter Wissenschaftlern wieder umstritten ist.

Bleimaier gab drei Möglichkeiten vor: ein Bürgerbegehren abwarten, mit einem Ratsbegehren zuvorkommen oder „einfach eine Kartierung der Brutstätten in Auftrag geben, dann wissen wir aber nicht, ob der Bürger das will“. Allein die Kartierung der Brutstätten hielt die Mehrheit jedoch für unnötig. „Mir ist es wurscht, ob die Schnaken von Eching nach Inning fliegen oder von Inning nach Eching“, sagte zum Beispiel Johann Ritzer (FBB). Wenn es nicht um die Bekämpfung gehe, habe eine Kartierung doch keinen Sinn. Und da er gegen die Stechmückenbekämpfung mit Bti war, wollte Ritzer auch der Kartierung nicht zustimmen. Gerade erst seien bei einem der Vorzeigeprojekte zur Mückenbekämpfung am Chiemsee zwei Gemeinden abgesprungen. Zuvor hatten Wissenschaftler der Uni Koblenz vorgeschlagen, die Biozidbehandlung mit Bti in den Schutzgebieten zurückzufahren, weil es als erwiesen gelte, dass entgegen bisheriger Annahmen auch Organismen, die nicht Ziel der Bekämpfung sind, betroffen seien. „Und wir geben gerade 40 000 Euro für die Umsiedlung der Mehlschwalbe im Gewerbepark aus, um ihr dann die Nahrungsgrundlage zu entziehen“, schimpfte Michael Buchner (BIZ). Auch Landwirt Andreas Diethelm (CSU) ärgerte sich, weil Bauern angehalten sind, Insekten zu schützen.

„Egal, was wir machen, es wird ein Bürgerbegehren geben“, prophezeite Thomas Bauer (CSU), nachdem Barbara Wanzke (Grüne) davon gesprochen hatte, bereits 900 Unterschriften zusammenzuhaben. „Aber nicht für ein Bürgerbegehren“, versicherte Geschäftsleiter Jürgen Hafner. Unterschriften seien erst gültig, wenn sie zur Fragestellung vorliegen. Die gebe es in Inning noch nicht. Gleichwohl hatte er keine Zweifel, dass die notwendige Anzahl von rund 330 schnell zusammenkäme. Dieser Meinung war Barbara Wanzke auch. Die Grünen-Gemeinderätin hatte, anders als ihr Fraktionskollege Hubert Vögele, eine Bekämpfung mit Bti stets befürwortet. Die Mehrheit im Gemeinderat war aber nicht einmal dafür, dass Bleimaier auch nur bei der Regierung nachfragt, wie sie die Situation in Inning beurteilt. Das sollen die Echinger machen, die schon in ihrer Fragestellung zum Bürgerentscheid einräumten, dass eine Stechmückenbekämpfung dann erfolge, wenn die Genehmigung seitens der Regierung vorliege. Diese Anfrage sei auf dem Weg, wusste Bleimaier.

Der Gemeinderat beauftragte Bürgermeister und Verwaltung, sich zunächst zu erkundigen, was die Nachbarn genau vorhaben. Erst dann will die Runde in einer der nächsten Sitzungen über das weiteres Vorgehen entscheiden.

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