+
Dieser Rückezug vom Typ Ponsse Elk ist in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag in einem Waldstück bei Bachern komplett ausgebrannt. 

Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Erntemaschine brennt im Wald völlig aus - und niemand kriegt‘s mit

  • schließen

Für Andreas Schmöller hätte der Schaden kaum größer ausfallen können: Einer seiner beiden sogenannten Rückezüge ist an Weihnachten komplett ausgebrannt. Die Ursache gibt Rätsel auf.

Bachern – Andreas Schmöller ist Dienstleister im Forstbetrieb. Dem Steinebacher gehören zwei Holzvollernter, so genannte Harvester, und zwei Rückezüge, geländegängige Holzschlepper. Aktuell war er mit einem Rückezug im Toerringschen Forst in Bachern im Einsatz. Das Holz liegt dort schon bereit und sollte nach den Feiertagen abtransportiert werden. Einige Liefertermine wird der Unternehmer aber nicht einhalten können, denn die Holzernte-Maschine, die er vor einer Woche am Waldrand in Bachern verließ, ist in der Nacht auf den zweiten Weihnachtsfeiertag ausgebrannt und unbrauchbar.

Erntemaschine gerät in Brand bei Inning: Niemand bemerkt Qualm

Einer Spaziergängerin war der Brandort am Mittwochvormittag aufgefallen. Als die Freiwillige Feuerwehr Buch eintraf, brannte nur noch ein Reifen. „Das Metall war schon kalt und Baumbestand kaum betroffen“, sagt Buchs Kommandant Jürgen Aster. Nicht einmal vom nahe gelegenen Reiterhof sei Feuer oder Qualm bemerkt worden. „Vermutlich schwelte das Feuer so vor sich hin“, sagt Aster. Auch er kann sich keinen Reim darauf machen, wann und wie das Feuer ausbrach. Die Maschine stand tagelang ungenutzt am Waldrand. Dort wurde sie vor einer Woche abgestellt und der Strom ausgeschaltet, versichert Schmöller. Da weder Feuer noch Qualm bemerkt wurden, geht er davon aus, dass der Brand angesichts des Schadens bereits in der Nacht ausbrach. Zur Ermittlung des Hergangs wurden Brandermittler von Kripo und Landeskriminalamt hinzugezogen. Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen. Schmöller ist ein bisschen ratlos. So schnell Ersatz zu finden, sei nicht einfach. Ganz zu schweigen von einer Neuanschaffung, die rund 300 000 Euro koste.

Feuer bricht aus: „Wäre das im Sommer passiert, wäre ein ganzer Wald in Flammen gestanden“

Die Versicherung zahle nur den Zeitwert. „Das ist immer so eine Sache“, weiß Schmöller. Aktuell ist dem Unternehmer damit nicht geholfen. „Ich habe Liefertermine, und die ausgebrannte Maschine muss geborgen werden.“ Das ist nicht ohne, weiß auch Alexander Dietz, Förster im Toerringschen Wald. „Die Maschine ist nicht mehr fahrbereit. Die wiegt mehrere Tonnen.“

Der Vorfall hätte weit schlimmer ausgehen können. „Wäre das im Sommer passiert, wäre ein ganzer Wald in Flammen gestanden“, ist sich Kommandant Aster sicher – noch dazu mitten im Wasserschutzgebiet. Bereits kurz nach Ende der Löscharbeiten sei ein Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes vor Ort gewesen. „Wir hatten Gott sei Dank nicht viel zu löschen und wussten ja, dass es Schutzgebiet ist.“ Der Wald nahm keinen Schaden, der Boden wird ausgetauscht. Für Schmöller ein schwacher Trost. Er hofft auf Hinweise. Diese nimmt die Polizei unter z (0 81 41) 61 20 entgegen.

Lesen Sie auch:

Stallbrand an Heiligabend: Ursache wohl technischer Defekt

Über 100 Rinder befanden sich im Stall im Irschenberger Ortsteil Bichl, als an Heiligabend ein großes Feuer ausgebrochen ist. Jetzt hat die Kripo erste Erkenntnisse zur Ursache.

Auto extrem langsam unterwegs - Polizei staunt, wer hinter dem Steuer sitzt

Ein Auto wurde in Augsburg von der Polizei aufgehalten. Doch nicht etwa, weil es zu schnell unterwegs war. Der Wagen fuhr extrem langsam. Ob das am außergewöhnlichen Autofahrer lag?

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zwei Schreckmomente in Gauting, drei Alltagshelden
Gleich zwei Schreckmomente ereigneten sich am Dienstag in Gauting. So wurden Alltagshelden geboren. 
Zwei Schreckmomente in Gauting, drei Alltagshelden
Schlosspark bietet Fledermäusen Zuhause
Bund Naturschutz und Gemeinde Gauting wollen gemeinsam den vom Aussterben bedrohten Fledermäusen helfen. Die Natur- und Umweltschützer haben so genannte Spaltenkästen in …
Schlosspark bietet Fledermäusen Zuhause
Fünf Euro im Kerzenschein
Die tragischen Umstände seiner schweren Erkrankung führten einen Garmischer auf Abwege. Im März vorigen Jahres entwendete der arbeitslose Koch 5 Euro aus dem Opferstock …
Fünf Euro im Kerzenschein
Herzinfarkt auf offener Straße - 72-Jähriger gerettet
Ein 72 Jahre alter Mann aus Gauting hat am Dienstag auf offener Straße einen Herzinfarkt erlitten. Der Mann konnte reanimiert werden.
Herzinfarkt auf offener Straße - 72-Jähriger gerettet

Kommentare