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Die Eigentümer versuchten nach dem Hagelunwetter, sich auf die Schnelle selbst zu helfen. Dachziegel waren dabei schnell ausgetauscht, so es noch Reserve gab. Zerstört wurden auch viele Warmwasserkollektoren. 

Reparaturen in Inning ziehen sich hin

Hagelschaden vom Pfingstunwetter bleibt präsent

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Die Folgen des Pfingstunwetters sind in Inning immer noch zu sehen. Am kommenden Dienstag beschäftigt sich der örtliche Bauausschuss mit Reparaturmaßnahmen.

Inning – Die Spuren des Hagels, der an Pfingsten über Inning hereinbrach, sind noch immer sichtbar. Und das wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nicht ändern. „Wir rechnen damit, dass die Reparatur des Schadens noch ein, eineinhalb oder auch zwei Jahre in Anspruch nimmt“, sagt Bürgermeister Walter Bleimaier. Auch im Bauausschuss des Gemeinderats am kommenden Dienstag, 3. September, geht es um das Unwetter und seine Folgen. Sowohl der Wiederaufbau der Gärtnerei Hübsch als auch die gemeindeeigene „Weinstube“, deren komplette südliche Dachhälfte durch den Hagel zerschlagen wurde, stehen auf der Tagesordnung.

Allein entlang der Hauptstraße in Inning ist fast jedes zweite Dach mit einer Plane bedeckt oder das Haus bereits eingerüstet. Hin und wieder sieht man Menschen, die mit einem Seil um die Hüfte gesichert sind, auf den Dächern herumkrabbeln. Vermutlich Eigentümer, die ihr Dach wenigstens notdürftig selbst vor Wassereinbruch schützen, so lange kein Handwerker kommen kann. Glück hätten jene, deren Haus bereits eingerüstet ist.

Derzeit sind keine Gerüste mehr verfügbar

Walter Bleimaier weiß aus eigener Erfahrung, dass Gerüste zurzeit nicht mehr verfügbar sind. Frühestens im September wieder, sagt er. Mehr noch: „Man kriegt derzeit auch keine Handwerker, nicht einmal Angebote.“

Von 25 gemeindeeigenen Häusern wurden an dem Pfingstsonntag 24 beschädigt. Unter anderem das Feuerwehrhaus, das ein komplett neues Dach braucht. Die beschädigten Dachziegel am Rathausdach konnten unterdessen schon ausgetauscht werden. Die Reparatur der Feuerwache werde heuer aber nichts mehr, sagt Bleimaier. Darüber hinaus seien es im gesamten Gemeindebereich von Inning, also auch in den Ortsteilen, noch hunderte Dächer, die noch nicht repariert seien, weiß der Bürgermeister. Dabei gehe es nicht allein um Dachziegel, sondern auch um viele Solaranlagen, die zu Bruch gegangenen sind. „Da kommt schnell eine fünfstellige Summe zusammen“, sagt er.

Auch auf dem Rathausdach wurde die Fotovoltaikanlage beschädigt. „Glück haben jene Geschädigte, deren Dächer mit Eternit gedeckt waren, da zahlt die Versicherung ein komplett neues Dach.“ Wenn sich denn ein Dachdecker und Gerüste finden. Die Auftragsbücher waren schließlich schon ohne Hagelschaden durch die gute Baukonjunktur gefüllt. Reparaturen stehen zudem noch an der Mehrzweckhalle und der Schule an. An der Halle ging der Belichtungsschacht kaputt, an der Schule Teile der Fassade.

Der Bauausschuss soll entscheiden, ob die „Weinstube“ saniert wird

Wie erwähnt, ist auch das Dach der „Weinstube“ durchlöchert. Das Gebäude stand seit langem leer. Die Blaskapelle nutzt es als Übungsraum. Die Gemeinde hatte das Haus damals zusammen mit dem Gasthof zur Post erworben. Und schon vor zwei Jahren hatte es den Wunsch gegeben, es zu sanieren. Der Gemeinderat schreckte dann aber vor den hohen Kosten zurück. „Es muss ein Grundsatzbeschluss gefasst werden“, sagt Bleimaier nun. Soll gleich saniert oder nur geflickt werden? Und findet sich ein Nutzungskonzept? Diese Fragen würde der Bürgermeister nach der Sitzung am Dienstag gerne beantworten können.

Genauso soll es Antworten für die Gärtnerei Hübsch geben, deren Betrieb wohl den größten Schaden erlitten hatte. Ein Treibhaus muss komplett komplett neu gebaut werden. Da es sich um Bestanderneuerung dreht, wäre dies an sich kein Problem. Aber der Betrieb mit 23 Mitarbeitern, der sich seit 1976 an dieser Stelle befindet und in zweiter Generation geführt wird, liegt im planerischen Außenbereich.

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