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Kooperation auf Inning ausgedehnt: Bürgermeister Walter Bleimaier, Martin Becker, Dr. Ralf Plieninger, Alexander Härtl und gwt-Chef Christoph Winkelkötter lassen sich von Fesshaye Tekle, Markus Wilfert und Baolgh Caba den Zusammenbau einer Steuerungseinheit erklären. 

IWL Machtlfing und Torqeedo

So funktioniert Inklusion wunderbar

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Seit knapp drei Jahren sind Mitarbeiter mit Handicap von der IWL Machtlfing im Produktionsbereich des Unternehmens Torqeedo tätig. Nun hat die Kooperation am neuen Standort in Inning das nächste Level erreicht. 

Inning/Machtlfing – Bohrgeräusche, meterhohe Regale mit Paletten und Werkbänke, an denen Mitarbeiter in blauen Kitteln schweißen und schrauben – die Produktionsstätte des Unternehmens Torqeedo in Inning ist eine Montagehalle wie jede andere und doch einzigartig. Denn dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand. Möglich macht diese inklusive Zusammenarbeit eine Kooperation von Torqeedo mit der Machtlfinger IWL-Werkstätte.

„Wir arbeiten schon seit knapp drei Jahren mit dem IWL-Betrieb in Machtlfing zusammen“, berichtet Torqeedo-Geschäftsführer Dr. Ralf Plieninger. In den vergangenen Jahren führten IWL-Mitarbeiter einzelne Produktionsschritte für Torqeedo am IWL-Standort Machtlfing aus. Seit November hat der Marktführer für Elektromobilität auf dem Wasser nun in Inning einen Produktionsstandort, an dem Menschen mit Behinderung gemeinsam mit Torqeedo-Mitarbeitern Elektro- und Hybridantriebe für Boote herstellen. Rund 20 Mitarbeiter mit Handicap sind in der Produktionshalle tätig. Zusammen mit denen, die weiterhin in Machtlfing für Torqeedo arbeiten, sind insgesamt mehr als 40 Menschen mit Behinderung für das Unternehmen im Einsatz.

Ein bis zwei Fachkräfte betreuen die IWL-Mitarbeiter

„Die IWL-Mitarbeiter unterstützen zum Beispiel die Zusammenstellung der so genannten Beipacks“, erklärt Produktionsleiter Michael Keil. Das sind kleine Päckchen mit Garantiekarte, Gebrauchsanweisungen und einem Schalter. Sozialwirt Roland Hobelsberger von der IWL Machtlfing beschreibt, wie die Arbeit genau abläuft. „Pro Woche stellen die IWL- und Torqeedo-Mitarbeiter in Teams 250 bis 300 Beipacks zusammen. Ein bis zwei Fachkräfte betreuen dabei die gehandicapten Mitarbeiter.“

Dass die Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit der IWL-Mitarbeiter variiert, wird berücksichtigt. „Torqeedo bezahlt uns für eine bestimmte Stückzahl“, erklärt Hobelsberger. „Wie wir unsere Mitarbeiter einteilen, um am Ende der Woche die jeweilige Stückzahl zu erreichen, bleibt uns überlassen.“

Auch ein Montageschritt, das Zusammenbauen der Steuerungseinheit eines Elektromotors, wird mittlerweile komplett von IWL-Mitarbeitern ausgeführt. „Dabei handelt es sich um einen komplexen Montagevorgang mit sehr vielen Teilschritten“, sagt Keil. „Ich finde es sehr beachtlich, dass die IWL-Mitarbeiter das komplett übernehmen.“

Plieninger ist überzeugt von der Qualität der Produkte

Beachtlich ist für Plieninger auch die hervorragende Qualität der Endprodukte. „Mit der IWL Machtlfing haben wir einen Partner, der sehr gute Qualität liefert“, sagt der Torqeedo-Geschäftsführer. „Die Mitarbeiter geben sich sehr viel Mühe, arbeiten hochmotiviert und sorgfältig.“

Weitere Vorteile, die das Unternehmen durch die inklusive Zusammenarbeit hat, sind laut Plieninger gute Konditionen und die Möglichkeit, saisonbedingte Schwankungen im Arbeitskräftebedarf flexibel abzudecken. „Es steckt durchaus auch ein wirtschaftlicher Gedanke hinter dieser Kooperation“, sagt er. „Wir denken auch darüber nach, die Zusammenarbeit noch zu erweitern, weil sie so gut funktioniert.“

Die IWL-Arbeitskräfte können am normalen Arbeitsmarkt tätig sein

Den gehandicapten Mitarbeitern ermöglicht die Tätigkeit bei Torqeedo Teilhabe am normalen Arbeitsmarkt und Kontakt zu Menschen ohne Behinderung. „Torqeedo ist bei den IWL-Mitarbeitern ein beliebter Arbeitgeber, denn sie haben durch ihn die Möglichkeit, mal aus der Werkstätte rauszukommen und zum Beispiel draußen Mittagspause zu machen“, berichtet Alexander Härtl, Betriebsleiter für Produktion und Technik in den IWL Werkstätten.

„Außerdem erfahren die Menschen mit Handicap durch diese Arbeit Wertschätzung“, erklärt Marco Rieth, ebenfalls Betriebsleiter in Machtlfing. „Denn jeder von uns identifiziert sich zum Teil über seine Arbeit und darüber, was man für die Gesellschaft macht.“

Neben Torqeedo sind unter anderen auch 3M aus Seefeld und die Andechser Klosterbrauerei Kooperationspartner der IWL. Zwar sei die Werkstätte in letzter Zeit gut ausgelastet mit Kooperationspartnern, neue Angebote seien aber stets willkommen, sagt Härtl.

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