Rauchschwalben sind geschützt, alternative Nistplätze deshalb zwingend.

Gewerbegebiet

Neues Zuhause für Spatz und Schwalbe

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Die Suche nach einem alternativen Brutplatz für Rauchschwalbe, Mehlschwalbe und Spatz lässt Planung für neue Gewerbefläche in Inning ins Stocken geraten.

Inning Das gemeindeeigene Gewerbegebiet, das südlich angrenzend an den Interkommunalen Gewerbepark in Inning entstehen soll, kommt nicht so recht in Fahrt. Schon seit Jahren ist vorgesehen, in den unteren Teilbereich B die Jet-Tankstelle zu situieren, die aktuell im Ortszentrum ist. Allerdings steht die Baugenehmigung noch immer aus. Und so lange es kein Baurecht gibt, wird die Jet-Tankstellen GmbH auch das Grundstück nicht von der Gemeinde in Erbbaurecht erwerben. „Das kann ich verstehen“, sagt Bürgermeister Walter Bleimaier. Ungeduldig macht ihn die Bauleitplanung trotzdem – und das hängt mit dem lieben Federvieh zusammen. Denn erst musste ein Platz für Mehl- und Rauchschwalben und auch für den Haussperling gefunden werden. Die nämlich sind in einem noch bestehenden Pferdestall zu Hause. Bevor dieser abgerissen wird, musste im 100-Meter-Radius Ersatz gefunden werden, denn die Vögel sind geschützt und gebietstreu. Und da sie zwischen März und September ihre Nester bewohnen, geht vorher nichts. Die gute Nachricht ist nun, dass sich Ausweichquartiere aufgetan haben – in zwei nahe gelegenen Bauernhöfen. Darüber hinaus soll eine Brutwand errichtet werden.

„Das ist die einzige Lösung“, erklärte Bauamtsmitarbeiterin Ebru Topal am Dienstag im Bauausschuss. Auf der Tagesordnung stand der Teilbereich A der neuen Ausweisung, der seit 2017 ruht und den das Vogelthema ebenso betrifft. Unterteilt worden war der Bebauungsplan, weil der südliche Teil mit der Tankstelle Priorität hatte – auch im Hinblick auf die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Dass es hier wie da zu Verzögerungen kam, konnte damals niemand wissen.

Was die Bauleitplanung betrifft, waren es eben die geschützten Vögel, für die gesorgt sein musste, bevor ein Spaten in den Boden sticht. Nun sollen die neun Rauchschwalben-Paare in den zwei nahe gelegenen Hofstellen unterschlüpfen. Mehlschwalben und Spatzen sollen Nisthilfen an der Brutwand angeboten werden. „Wir haben eine Inaussichtstellung einer Genehmigung von der Regierung dafür erhalten“, so die Bauamtsmitarbeiterin. Um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich und den Umzug schmackhaft zu machen, sollen darüber hinaus so genannte Mehlpfützen her- und Heu aufgestellt werden.

Das ganze Projekt werde vom Landesbund für Vogelschutz begleitet und ist nun im Bebauungsplan festgeschrieben. Da sich außer der Vogelthematik im 16 000 Quadratmeter großen Teilbereich A noch einiges mehr geändert hat, sind die Einwendungen, die 2017 im Anhörungsverfahren eingegangen waren, nicht mehr gültig. Der Plan muss neu ausgelegt werden, inklusive neuem Anhörungsverfahren.

Die drei Parzellen dort sind zum Teil Privateigentum und zum Teil im Eigentum der Gemeinde. Mittlerweile gibt es jedoch einen Investor für die gesamte Fläche. Der Bauträger plane dort eine Art großen Handwerkerhof. Mehr verrät Bleimaier noch nicht, denn die Vertragsentwürfe seien noch nicht unterzeichnet. Vorher hatte der Investor einige Änderungswünsche, denen der Bauausschuss im Großen und Ganzen nun zustimmte. Unter anderem geht es um zwei große Infotafeln an der Zufahrt ins Gewerbegebiet, auf der sämtliche Gewerbebetriebe aufgeführt werden können. Keine Kompromisse gingen die Gemeinderäte jedoch dabei ein, dass lediglich je 400 Quadratmeter ein Baum gepflanzt wird. Festgelegt worden war einst je 200 Quadratmeter, und dabei wird es auch bleiben.  grä

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