Pendeln und Flexibilität
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Pendeln und Flexibilität

Verkehr

„Geschenk“ mit Verpflichtung

  • vonAndrea Gräpel
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Freistaat baut Pendlerparkplatz, die Inninger müssen ihn aber von Müll und Schnee freihalten. Das passt nicht jedem. 

Inning – Vor einem Jahr war es für Innings Bürgermeister Walter Bleimaier noch ein „Geschenk“, dass das Staatliche Bauamt an der Autobahnausfahrt einen Pendlerparkplatz bauen will. Es hat nun einen kleinen Beigeschmack bekommen. Der Freistaat will die Fläche für 82 Pkw bauen. Winterdienst, Reinigung und Müll – das soll die Gemeinde Inning übernehmen. Am Dienstag galt es über die Vereinbarung im Gemeinderat abzustimmen, was nicht jedem gefiel. Am Ende überwog aber der Wunsch, die Pendler endlich von der Straße zu bringen.

Der Pendlerparkplatz, den das Staatliche Bauamt auf der Fläche zwischen der nördlichen Autobahnzufahrt und der Bundesstraße errichten will, soll ausschließlich für Pkw, ausdrücklich nicht für Lkw zugelassen werden. Ein Geschenk war diese Absicht insofern gewesen, als die Gemeinde schon seit Jahren einen Pendlerparkplatz bauen wollte – allerdings auf der anderen Straßenseite. Das Geld konnte sich die Gemeinde sparen, auch wenn Andreas Diethelm (CSU) die Idee angesichts der Vereinbarung über den Unterhalt gerne wieder aufgegriffen hätte. Andere Gemeinde müssten dafür schließlich auch nicht aufkommen. Johann Ritzer (Freier Bürgerblock) nahm das gelassener. Ihm war wichtiger, „dass wir die Straße freibringen“.

Gegen die Planung des Staatlichen Bauamtes waren Katrin Nikolodi und Michael Buchner von der BI für Innings Zukunft schon vor einem Jahr und sie sind es noch immer. „Wenn da nicht bezahlt werden muss, parken in den Ferien und an Wochenenden auch Familien da“, sagte Nikolodi. Die müssten dann zu Fuß über die Straße, was eine Gefahr darstelle. Buchner nannte es sogar eine „Einladung für alle Freihamer“. Seine Ratskollegen teilten diese Meinung mehrheitlich nicht. Der Parkplatz sei viel zu weit weg. Aus einem anderen Grund hatte nur noch Thomas Palaske (Grüne) etwas gegen die Vereinbarung. Er wollte nichts unterhalten und bezahlen, was nicht auch für Inninger ist. Die würden da ja nicht parken.

Für Sibylle Gerhardt (Grüne) stand am Dienstag im Vordergrund, dass weniger Autos unterwegs seien, wenn Pendler sich dort treffen können, um Fahrgemeinschaften zu bilden. „Jedes Auto weniger ist gut“, meinte sie. Mit 13:3 Stimmen wurde der Vereinbarung am Ende zugestimmt.

Um mögliche Gefahrenquellen auszuschließen, hatte die Gemeinde ursprünglich die Idee, einen Durchstich durch die Autobahnauffahrt zum dahinterliegenden Radweg zu bauen. „Das geht aber nicht“, erklärt Geschäftsleiter Jürgen Hafner auf Nachfrage. Zum einen hätte dies Kosten in siebenstelliger Höhe verursacht, zum anderen würde dies eine Tonnagebeschränkung für die Auffahrt nach sich ziehen, was nicht gehe. Dies wäre der Kompromiss gewesen, auf den sich die (BIZ) vor einem Jahr eingelassen hätte.  

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