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Am Inninger Bach hat sich ebenfalls ein Biber niedergelassen, der eifrig Dämme baut. 

Naturschutz

Verlernt, mit  dem Biber zu leben

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Der Biber ist unterwegs, und es gibt immer mehr von seinen Artgenossen. Die Meinungen über diese Entwicklung gehen auseinander. 

Inning – Bürgermeister Walter Bleimaier spricht von einer Biber-Plage, Franz Wimmer, einer von fünf Biberberatern im Landkreis, findet das übertrieben. Bleimaier wurden aber sowohl vom Naturschutzwächter als auch vom Jagdpächter von einer großen Anzahl Biber im Ampermoos berichtet – 50 etwa.

Wimmer sagt, dass das niemand genau sagen könnte, weil niemand genau wisse, ob in einer Burg ein Einzeltier oder eine komplette Familie lebe. Dass es allein auf Starnberger Flur des Ampermooses zwei bis drei Burgen gebe, will er gar nicht bestreiten. Aber selbst 50 Biber im gesamten 600 Hektar großen Ampermoos, das sich auch auf Fürstenfeldbrucker und Landsberger Flur erstreckt, seien nicht alarmierend. „Es ist ja ein Naturschutzgebiet.“

„Die Biber holzen einiges ab“, das weiß auch Wimmer, der studierter Forstwirt ist und Geschäftsführer der Kreisgruppe Starnberg im Landesbund für Vogelschutz. Vor allem aktuell gebe es viele frische Nagespuren. Von Frühjahr bis Herbst ernähre sich der Biber von Grünpflanzen. Ab Oktober fange er an, Rinden abzunagen. Zwar sei er nicht ganz so aktiv im Winter, weil er meist in der Burg sei, um Energie zu sparen, aber Winterschlaf oder auch nur Ruhe kenne das Tier eigentlich nicht, sagt Wimmer. Da der Biber lange Zeit ausgestorben war, „haben wir lediglich verlernt, damit zurechtzukommen“, sagt er.

Fachlich könne man sicher darüber streiten, wann von einem Schaden zu sprechen sei, räumt Wimmer ein. An der Amper gebe es in der Tat Bereiche, wo viele gelbe Nagespuren ins Auge fallen. „Da sind einige Pappeln abgenagt und abgestorben. Aber die wurden dort erst vor einigen Jahrzehnten von Menschen hingepflanzt.“ Das Problem sei, dass man die Biberspuren nicht gewohnt sei.

„Wenn die öffentliche Sicherheit bedroht ist, ist völlig klar, da muss man etwas tun“, sagt Wimmer. Das sei möglicherweise am Seeufer in Herrsching gegeben. Dort gebe es häufig gar keinen Schaden, „oft ist es aber nur eine optische Störung“. Etwas anderes sei es zudem, wenn ein Landwirt betroffen ist. Anders als in allen anderen Bundesländern gibt es in Bayern an Ackerrändern zu Gewässern keinen gesetzlich vorgeschriebenen Randstreifen. Deshalb sei es bereits vorgekommen, dass zum Beispiel eine landwirtschaftliche Fläche am Inninger Bach unter Wasser gesetzt worden sei. Viele der Gehölze, die das geschützte Tier aber normalerweise annage, würden in der Regel nicht wirtschaftlich genutzt.

Wimmer bedauert, dass das Urteil über die Biber häufig pauschalisiert werde. Man müsse den Einzelfall betrachten. Und er merkt an, dass Maßnahmen wie ein Abfangen der Tiere nicht unbedingt zielführend seien. „Geeignete Reviere werden früher oder später immer wieder besetzt.“  

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