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Die Sanierung der Ortsdurchfahrt wird zur größten Baustelle, die Inning je erlebt hat, prophezeit der Bürgermeister. 

Bürgerversammlung

Inninger Ortsdurchfahrt bleibt Reizthema

„Die Alternative Umgehungsstraße, die ist gestorben“, stellte Innings Bürgermeister Walter Bleimaier in der Bürgerversammlung am Montag ein für allemal klar. Das Thema Orstdurchfahrt bleibt in der Ammerseegemeinde ein Reizthema.

Inning – „Die Alternative Umgehungsstraße, die ist gestorben“, stellte Bürgermeister Walter Bleimaier in der Bürgerversammlung am Montag ein für allemal klar. Damit reagierte er auf den Vorwurf von Tobias Ritzer über die in dessen Augen unzureichenden Maßnahmen an der Ortsdurchfahrt, die ab 2019 generalsaniert wird. „Alles, was versprochen wurde kommt nicht“, schimpfte Ritzer. So kochte der Anwohner der Staatsstraße erneut das Thema Umfahrung hoch, die sogar zweimal per Bürgerentscheid abgelehnt wurde.

Im Vorfeld hatte der Rathauschef die geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt mit „der größten Baustelle, die Inning jemals erlebt hat“ betitelt. Das dafür zuständige Staatliche Bauamt und auch die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt hatten auch ein deutliches Nein für das beantragte Nachtfahrverbot für Lkw oder Tempo 30 ausgesprochen (wir berichteten). Viele ihrer Schüler benutzten den Bus, was Tempo 30 rechtfertigen könnte, bemerkte dazu die Leiterin der Montessorischule, Ricarda Infante-Alonso. Auch den Antrag, den Verkehr Richtung Herrsching per Wegweiser auf Weßlings Umfahrung zu lenken, hatten die Behörden abgelehnt. Insgesamt waren es sieben Punkte, die allesamt abgelehnt wurden und die Bleimaier in der Versammlung auflistete. Darunter die provisorische Mittelinsel beim Edeka. Ein Nein aus Kostengründen, weil die Straße ja eh saniert werde. Und weil sich „das Bauamt an die Vorschriften halten muss“, hielt Bleimaier all jenen entgegen, die von ihm forderten, „halt einmal auf den Putz zu hauen“. „Wenn auch mir manches stinkt und nicht passt: Meine Unterschrift tragen ausschließlich sachlich abgefasste Schreiben“, betonte Bleimaier.

Dem Vorwurf, die Bürger nicht ausreichend über die Planung zu informieren, entgegnete er, dass er erst alle Antworten auf offene Fragen zusammen haben wolle. Eine davon sei die Zukunft der Straßenausbaubeiträge. Würden die gekippt, kämen für künftige Erstausbauten keine Kosten auf die Anlieger zu. Entlang der Staatsstraße geht es vor allem um die Gehwege. Auch die Umleitung während der Bauzeit müsse noch von Polizei und Landratsamt abgesegnet werden.

Die Zeit drängt, fand Dr. Walter Bube: „Das Lärmschutzgutachten liegt der Gemeinde seit März 2017 vor und nichts passiert. Das ist rausgeschmissenes Geld.“ Das Lärmgutachten müsse erst mit den planerischen Aspekten zusammengeführt werden. „Das geht als Planungsgrundlage an das Ingenieurbüro Benjmain Neudert. Und die fertige Planung geben wir den Bürgern in einer Bürgerwerkstatt an die Hand“, versprach er. Darin sollen mehrere Querungshilfen, ein Lärmschutzbelag und Lärmschutzwände integriert werden, die optisch nicht „wie ein Lärmschutztunnel“ (Bleimaier) wirken. Die Lärmschutzzäune müssten die Anlieger allerdings bezahlen. Was Ritzer eben so gar nicht schmeckte. Für ihn sei eine Umfahrung die beste Lösung. Ihm reichten Markierungen und Mauern nicht aus. Aber der Staat bezahle nur einmal, konterte der Rathauschef sicherheitshalber, in diesem Fall für die Sanierung der Ortsdurchfahrt.

Michelle Kirner

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