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Kein neuer Pächter: Inninger Vereine übernehmen Haus der Vereine

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Noch erinnert das Schild „Spectacel“ über der Eingangstür an Wirt Marcin Dybowski, der dort zehn Jahre lang eine Rockkneipe betrieb.
Noch erinnert das Schild „Spectacel“ über der Eingangstür an Wirt Marcin Dybowski, der dort zehn Jahre lang eine Rockkneipe betrieb. © Stefan Schuhbauer-von Jena

Nachdem kein neuer Pächter für das Haus der Vereine in Inning gefunden ist, kümmern sich Vereine und Gemeinde nun selbst um die Liegenschaft.

Inning – „Das Haus der Vereine gehört wieder den Vereinen.“ Mit diesen Worten freute sich Vizebürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka am Mittwochabend beim Treffen der Inninger Vereine in der Schornstraße 3. Denn die rund 30 Vereinsvertreter beschlossen, die Räume probeweise ohne Pächter zu nutzen. Die Gaststube ist fortan in den Händen des SV Inning, die Belegung des Nebenraumes und des Saales sowie die Schlüsselvergabe koordinieren Gemeindemitarbeiter.

Noch erinnert das Schild „Spectacel“ über der Eingangstür an Wirt Marcin Dybowski, der dort zehn Jahre lang eine Rockkneipe betrieb. Kurzfristig habe es danach ausgesehen, dass ein neuer Pächter einzieht, berichtete Bürgermeister Walter Bleimaier. Einen Tag vor Vertragsunterzeichnung sei dieser abgesprungen. Schüßler-Kafka hatte diesbezüglich eine klare Haltung. „Ich möchte keinen Pächter mehr haben“, sagte sie und trauerte dem Ehepaar Reitinger hinterher, das bis 2010 mehr als 25 Jahre lang das Haus bewirtschaftet hatte.

SVI-Vorsitzender Helmut Gall war glücklich über die Option, die Wirtsstube in Eigenregie betreiben zu können, nachdem der mit rund 950 Mitgliedern größte Verein der Gemeinde aktuell heimatlos ist. Neuerdings auch die Fußballer, die vor der Pandemie für ihre Mannschaftsbesprechungen noch ins Vereinshaus am Sportweg ausweichen konnten. Dort ist jetzt bis zur Fertigstellung des Kinderhauses St. Johannes aber eine Kindergartengruppe untergebracht. „Wir entwickeln ein Konzept, in dem wir die Gaststube exklusiv für uns nutzen“, sagte Gall und ergänzte, dass andere Vereine den Schankraum bei Bedarf und nach Rücksprache ebenfalls nutzen dürften.

Nebenraum und Saal stehen Innings rund 40 Vereinen zur Verfügung

Nebenraum und Saal stehen Innings rund 40 Vereinen zur Verfügung und sind bereits gut belegt. Der Gospelchor hat den Dienstagabend fest gebucht, die Big Band probt donnerstags. Außerordentliche Belegungen müssen mit der Verwaltung abgestimmt werden – und die gibt es bereits. Am 15. November bringt das Team um Jutta Goebber die „Ouvertüre zum Kaisertraum“ auf die Bühne. Kurz darauf feiert der Kulturkreis seinen 50. Geburtstag. Und nach langer, pandemiebedingter Abstinenz haben die Theatergruppen „d’Gmogaukler“ und „De Ammersee-Engel“ für heuer und für 2022 Auftritte angekündigt.

Ganz reibungslos läuft der Belegungswechsel allerdings noch nicht, denn zurzeit sei der Schlüssel „vergriffen“, hieß es. „Das ist noch ein Problem, das sich sicherlich lösen lässt“, war Bleimaier zuversichtlich. Was es sicher nicht geben wird, ist eine Bewirtung. „Wenn die erste und die zweite Mannschaft spielen, geben wir aber belegte Semmeln und Kuchen gegen Spende aus“, sagte Gall. Und gegen den Durst bestückt das SVI-Team einen Kühlschrank im Gang, auf den jeder Zugriff hat. „Gegen eine Spende von zwei Euro.“ Das Gläserwaschen übernehmen die SVI-Mitglieder.

„Das wird aber kein Hotel Mama“, betonte Schüßler-Kafka. Die Nutzer müssen den Raum besenrein übergeben. „Die Toiletten und die gründliche Reinigung übernimmt die Gemeinde“, so Bleimaier. Mit Ausnahme der Gaststube, in der der SV Inning sich gerade einrichtet. „Die Reinigung übernehmen wir“, versicherte Gall. Derzeit läuft noch eine Ausschreibung für einen Hausmeister. „Wir haben kommende Woche einige Bewerber, die sich vorstellen“, so Bleimaier.

Michèle Kirner

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