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Präsentieren in Inning das neue Jahreszeitenbrot: Jana Schmaderer (Starnberger Land), Werner Henzel (Bäckerei Reis aus Gilching), Birgitt Rengers (Unser Land), Julian Kasprowicz (Bäckerei Kasprowicz aus Pähl), Dr. Brigitte Honold (Weilheim-Schongauer Land) mit Kräuterspitz, dem Brot des Starnberger Land für den Sommer. 

Starnberger Land

Pilotprojekt Kräuterbrot

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Die Solidargemeinschaft Starnberger Land hat in Inning das neue Jahreszeitenbrot präsentiert. Das setzt auf Kräuter und Frische – und ist für die Bäcker eine echte Herausforderung.

Inning – Drei Monate lang arbeitete Erfinder Julian Kasprowicz (29) am Prototyp, immer wieder sprach er sich mit Experten ab. Dann war klar: Die perfekte Mischung für das erste Kräuterbrot der Solidargemeinschaft Starnberger Land ist gefunden. Der Bäckermeister aus Pähl hat das aktuelle Saisonbrot, das Kräuterspitz, mit anderen Bäckern von Starnberger Land kreiert und nun in der Inninger Filiale der Gutsbäckerei Kasprowicz präsentiert.

Seit Montag kann es dort und bei anderen Bäckern, die sich an der Solidargemeinschaft beteiligen, gekauft werden. Erste Resonanz: „Es kommt sehr gut an“, sagt Kasprowicz. „Es ist leicht und bekömmlich. Man kann einen leichten Quark drauf machen oder es beim Grillen essen.“ Für den Bäckermeister wie auch für Starnberger Land ist ein solches Kräuterbrot Neuland. „Es ist ein Pilotprojekt“, sagt Kasprowicz.

Das Besondere: „Es ist herzhaft gewürzt mit frischen und regionalen Kräutern aus dem Landkreis Dachau, Bio- Rucola, Bio-Schnittlauch und Bio-Petersilie“, schreibt Starnberger Land. „Wir haben lange mit den Schnittgrößen experimentiert“, sagt Kasprowicz, „man erwartet schließlich, dass man die Kräuter im Brot auch sieht.“ Also werden die Kräuter nur grob gehäckselt, in Stücke von zwei bis drei Zentimetern. Der Teig liegt etwa 18 Stunden lang bei sechs Grad. „Damit sich die Kräuter und das Aroma entfalten können“, erklärt Kasprowicz. Die Kräuter werden zuvor in Sonnenblumenöl eingeweicht. Damit soll so etwas wie eine Kräuterpaste entstehen. Eine fertige Paste zu verwenden, verbietet sich mit den Kriterien von Starnberger Land, sagt Kasprowicz.

Die teilnehmenden Bäcker konnten vor der Aktion einmalig Kräutermengen bestellen. Kasprowicz orderte 50 Kilo Rucula, Schnittlauch und Petersilie. „Wenn die Kräuter aus sind, sind sie aus“, sagt der Bäckermeister. Er rechnet damit, dass er das Brot etwa fünf bis acht Wochen anbieten kann, je nach Nachfrage.

Der Bäckermeister mit Filialen in Dießen, Inning und Herrsching ist überzeugtes Mitglied der Solidargemeinschaft, die sich der Erhaltung, Regionalität und fairen Preisgestaltung verschrieben hat. „So viel wie möglich“ kaufe er regional ein, sagt Kasprowicz. „Nur manchmal bekommen wir die Qualität oder Quantität nicht.“ Beim Mehl etwa sei er lange Zeit auf ein Anbaufeld in Weilheim angewiesen gewesen. „Da waren wir sehr abhängig.“ Mittlerweile bezieht er das Mehl auch aus anderen Landkreisen. Auch bei den Eiern lasse sich regional einkaufen. „Wir haben eine Arbeitskraft, die täglich 3000 bis 5000 Eier aufklopft.“ Manche Bäcker ließen sich das als fertig gemischtes Produkt liefern, sagt Kasprowicz. Anders sehe es bei Kürbis- oder Sonnenblumenkernen aus, die beziehe er aus Österreich. „Auch bei Früchten ist es nicht so einfach, die holen wir aus Spanien.“

Die Regionalität hat ihren Preis. Das Kräuterspitz ist mit etwa 3,80 Euro pro Kilo eines der teureren im Sortiment, gibt Kasprowicz zu. Das liege am hohen Preis für die Kräuter – eigentlich müsse er noch mehr verlangen. „Für mich ist es kein lukratives Brot – aber es ist für die Seele gut.“

Der Bäckermeister ist auf den Geschmack gekommen. Ob er auch nach der Aktion ein Kräuterbrot anbieten wird? „Mit Sicherheit.“

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