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Fast 100 Akteure auf der Bühne und nochmal 20 dahinter sorgten für kurzweilige Unterhaltung bei der kunterbunten Zeitreise.

Historisches Stegen

Die Moritat von Steg und Stegen

Stegen/Inning - 13 Inninger Vereine feierten am Wochenende mit „Kunterbunte Zeitreise“ in der Mehrzweckhalle in ein grandioses Finale nach beinahe zwei Jahren Vorarbeit.

Es ist vollbracht. Die Revue im Rahmen des „Historischen Stegen“ mit fast 120 Mitwirkenden vor und hinter der Bühne wird als durchschlagender Erfolg in die Ortsgeschichte eingehen. 13 Inninger Vereine feierten am Wochenende mit „Kunterbunte Zeitreise“ in der Mehrzweckhalle in ein grandioses Finale nach beinahe zwei Jahren Vorarbeit. Begeisterten Applaus erspielten sich die Akteure bereits bei der gut besuchten öffentlichen Generalprobe am Freitag. Beim Projektorchester saß jeder Ton der Kompositionen ihres Leiters Martin Vogel, die Moritatensänger aus dem Inninger Gospelchor waren an diesem Abend unter der Leitung von Sebastijan Semiz nicht nur stimmsicher, sondern fesselten mit ausdrucksstarken Gesten zu den erzählenden Liedern, die Bärbel Mehnert-Jaeger und Daniela Herzog getextet hatten.

Bereits das Bühnenbild sprach eine eigene Sprache: Nicht zu viel, aber keinesfalls zu wenig; ein Bündel getrocknetes Schilf, eine mit bunten Vorhängen behängte Wand, die wahlweise Häuser oder leuchtender Hintergrund waren, unterstrich die nachgestellten historischen Begebenheiten des kleinsten Ortsteils Innings. Nahtlos gingen die Stücke ineinander über, die Umbauten der Bühne gelangen fließend und lautlos.

Nach der Ouvertüre machte die von Gert Heidenreich aus dem Off gesprochene Sage von „Ammar“ den Anfang. Nach dieser fantastischen Erzählung über das Wesen im Ammersee erzählte Texterin Mehnert-Jäger über die Stegener Brücke, spannte gekonnt den Bogen von der Römerzeit bis in die Neuzeit.

Im Zeitraffer patrouillierten, marschierten und schleppten sich Mitglieder des Sportvereins Inning dazu über die fiktive Brücke, den einstigen Steg und Namensgeber des Ortes. Ganz in ihrem Element waren „d’Gmogaukler z’Inning“, die Gericht über Schweine und Rindviecher hielten – und die Streithähne vor dem Amtsgericht ganz wunderbar nachstellten.

Die „Ammerseeengel“ wiederum durften sich zum Begriff „Imprägnieren“ austoben. Ein Wortschöpfung der Fischer am Ammersee, mit der sie jeden außerehelichen Verkehr untersagten. Warum es „imprägnieren“ hieß, keiner weiß es heute mehr. Aber herrlich brachten sie die Eltern am Familientisch in Verlegenheit, als Kindermund Genaueres über dieses ganz offensichtlich anstößige Wort wissen wollte.

Ein besonderes Lob gilt für die Akrobaten der Montessorischule Inning, die die legendäre Wildschweinejagd im Ammersee als Volksfest inszenierte und mit all ihren Schrecken auf die Bühne brachte. Die traditionellen Tanzeinlagen der Landjugend Inning war schließlich ein i-Tüpfelchen dieser hervorragenden Veranstaltung.

„Geschichte kann kurzweilig sein, wenn solche Leute auf der Bühne mitmachen“, brachte es die erschöpfte und sichtlich glückliche Jutta Göbber am Ende des Abends auf den Punkt. Die Vorsitzende des Vereins Heimatgeschichte Inning und ehemalige Gemeinderätin hatte die Revue angestoßen und die Gesamtleitung übernommen.

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