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Lüftung überzeugt mehr als Filter

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Von: Andrea Gräpel

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Leere Klassenzimmer: Ob sich die Schulen ab nächster Woche wieder mit mehr Leben füllen, entscheidet sich voraussichtlich Ende dieser Woche. Foto : DPA
Leere Klassenzimmer: Ob sich die Schulen ab nächster Woche wieder mit mehr Leben füllen, entscheidet sich voraussichtlich Ende dieser Woche. Foto : DPA © Marijan Murat

Ursprünglich hatten Innings Gemeinderäte andere Maßnahmen als CO2-Ampeln in der Grundschule Am Wasenfeld als „trügerisch sicher“ abgelehnt. Jetzt investiert die Gemeinde doch einen sechstelligen Betrag.

Inning - Als die Fördertöpfe im März noch nicht ausgeschöpft waren (pro Raum 1750 Euro), entschieden sie sich, zunächst wenigstens zwei Luftreiniger anzuschaffen, um sie auszuprobieren. Vor allem der Hinweis von Anja Wagatha (CSU) als stellvertretende Schulleiterin gab dafür im März den Ausschlag. Sie wusste, dass ihre Kolleginnen sich mit weiterreichenden Maßnahmen sicherer fühlten – rund 10 000 Euro einmalige Investition plus jährlicher Unterhalt war es dem Gremium wert. Am Dienstag wurde auch diese Entscheidung wieder gekippt. Stattdessen entschied sich der Gemeinderat gleich Nägel mit Köpfen für eine nachhaltige Lösung zu machen, für „grob geschätzt“ 200 000 Euro.

Eingeladen hatte Bürgermeister Walter Bleimaier Martin Rehe vom gleichnamigen technischen Beratungsbüro im Gewerbepark. „Wenn wir schon Fachleute vor Ort haben, sollten wir die auch fragen“, meinte Bleimaier sinngemäß. Und Rehe hielt von Luftfiltern herzlich wenig. Seiner Meinung nach sei nicht bewiesen, dass sie die Virenlast tatsächlich wesentlich verringerten. Vielmehr empfahl der Inninger Ingenieur den Einbau von Lüftungsanlagen in jedem Raum. Diese sorgten für einen permanenten Luftaustausch und lieferten eine Wärmerückgewinnung gleich mit. „Und man kann sie in der Nacht zum Auskühlen nutzen“, sagte Rehe, der selbst zwei Kinder in der Grundschule hatte und wusste, dass die hellen Räume sich im Sommer ziemlich aufheizen können. „Da hat man das ganze Jahr etwas davon.“

Den nachhaltigen Gedanken fand selbst Dr. Ajay Singh (FDP) gut. Auch wenn der Physiker die Luftfilter nicht totreden wollte. „Aber der gesunde Menschenverstand sagt, das ist besser als Filter.“ Diese seien darüber hinaus ziemlich laut. Thomas Bauer (CSU) hätte am liebsten eine Kombination aus Lüftung gleich mit Klimaanlage. Ob es solche Kombinationen überhaupt gibt, wusste Rehe aber nicht. „Da muss ich schauen.“ „Und bitte schauen Sie auch, ob die Geräte überhaupt lieferbar sind“, merkte Bauer noch an. Denn dass dies ein Pandemie-Problem weltweit ist, wusste auch Rehe: „Über Lieferzeiten schweigt man lieber.“ Auf jeden Fall gebe es keine verlässlichen Zusagen.

Barbara Wanzke (Grüne) und auch ihrer Fraktionskollegin Marita Seefelder gefiel die Idee: „Eine sinnvolle Investition.“ Einstimmig beauftragte das Ratsgremium die Verwaltung, die Anschaffung für alle Räume in die Wege zu leiten und eine Förderung zu beantragen. In der Hoffnung, dass die Lüftung den Luftfiltern gleichgestellt wird.  grä

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