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Die Mehrzweckhalle in Inning ist Heimat vieler wichtiger Veranstaltungen, so wie hier einem Abschlusskonzert der Pierre-van-Hauwe-Musikschule.

Energie

Kostenexplosion: LED-Umstellung achtmal teurer als geplant

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Der Gemeinderat von Inning hat die Umrüstung der Mehrzweckhalle auf LED-Beleuchtung aufgrund einer Kostenexplosion bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Am Planungsbüro übten die Politiker scharfe Kritik.

Inning – Noch im Frühjahr hatten die Inninger Gemeinderäte begeistert einem Wechsel von der konventionellen Lichttechnik zu LED in ihrer Mehrzweckhalle am Schorn zugestimmt. Vertreter eines renommierten Büros hatten in einem langen Vortrag eine energetische Umnutzung angepriesen. Die Kosten dafür hatten die Fachleute mit rund 27 000 Euro beziffert. Der Gemeinderat hatte dem Büro daraufhin einen Planungsauftrag erteilt. Am Dienstag wurde ihnen eine andere Rechnung präsentiert: 193 000 Euro.

Zweite Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka sprach von einer „bodenlosen Unverschämtheit“: „Da stimmte gar nichts von dem, was die uns im März gesagt hatten.“ Bürgermeister Walter Bleimaier stimmt ihr zu und erklärte gestern auf Nachfrage, dass die erste Schätzung allein das Auswechseln der Leuchtmittel betroffen habe. Wie sich herausgestellt hätte und von den Fachleuten damals nicht einkalkuliert worden sei, seien die aktuell installierten Lampen für LED-Technik nicht zugelassen. Da LED beim Einschalten mehr Strom verbrauche als herkömmliche Leuchtmittel, müssten sie anders abgesichert sein. Dies bedeutet, dass alle Lampen ausgewechselt werden müssten.

Vorgeschlagen worden sei von dem Beratungsunternehmen „der Mercedes“ unter den Lampen – natürlich ballwurfsicher. Und da bei Theatervorstellungen oder gesellschaftlichen Veranstaltungen eine andere Notbeleuchtung vorgeschrieben sei als bei Sportwettbewerben und Trainings würde zudem eine neue Steuerung nötig.

Am Ende legten die Fachleute nach Meinung Bleimaiers zwar eine Planung mit letztlich optimaler Ausstattung vor, allerdings auch mehr als achtmal so teuer. „Das hätten sie vorher wissen müssen“, sagt der Bürgermeister, der ebenso entsetzt reagierte wie am Dienstag seine Stellvertreterin oder Ratskollege Johann Ritzer (FBB), der über „null Fachkompetenz“ schimpfte. Bleimaiers Vorschlag, das Projekt einzustellen, stimmte die Ratsrunde geschlossen zu. „Und wenn die trotzdem Geld wollen, dann nehmen wir uns einen Anwalt“, sagte Monika Schüßler-Kafka, die ihrer Verärgerung deutlich Luft machte. Der Auftragsvergabe sei ihrer Meinung nach unter ganz anderen Voraussetzungen zugestimmt worden war.

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