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Mückenplage

Mit Staubsauger auf Insektenjagd

Welche Mücken in der Gemeinde Inning leben und stechen, erforscht Felix Sauer von der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg für seine Doktorarbeit. Inning ist eines der 20 Gebiete, das er bundesweit untersucht.

Inning Der nächste Sommer kommt bestimmt und mit ihm die Mücken. Die Gemeinde Inning erhält jetzt Aufschluss darüber, welche Mückenarten in ihrer Gemeinde unterwegs sind. Felix Sauer, ein Doktorand der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, hat sich im Inninger Rathaus gemeldet, weil er die Mückenpopulation in der Ammerseegemeinde erforschen will. Bürgermeister Walter Bleimaier freut sich und sichert dem 27-Jährigen die Unterstützung der Gemeinde zu. „Es wird viel geredet über Mücken, aber man hat kaum Datengrundlagen“, sagt der Rathauschef. Deshalb begrüßt er Sauers Vorstoß und bietet an, dass die Gemeinde die Mückenfallen ausleert. „Oldenburg ist so weit weg von Inning – er kann ja nicht ständig vorbeischauen, um die Fallen zu leeren“, sagt Bleimaier. Zwischen Innung und Oldenburg liegen 823 Kilometer.

Sauer stammt aus der Pfalz und hat in Landau Biologie studiert. Nach Oldenburg kam er wegen seiner Promotion. Für seine Doktorarbeit will er erforschen, welche Mückenarten in Deutschland vorkommen und welche Lebensraumbedingungen sie haben. „Ich versuche, typische Stechmückenhabitationen zu finden“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Deshalb sei er nach Gesprächen und Tipps von anderen Forschern auf den Ammersee gestoßen: „Ich suche Gebiete, wo es viele Stechmücken gibt. Mein Fokus liegt auf naturnahen Gebieten.“ Deshalb sei der Ammersee ideal.

An drei Stellen im Gemeindegebiet will Sauer Mückenfallen aufstellen. Laut Bleimaier im Ampermoos, im Bacherner Moos und im Waldgebiet zwischen Schlagenhofen und Buch. Die Mückenfallen seien so genannte CO2-Fallen, sagt der Biologe. Ein kleiner Ventilator ziehe die Tiere hinein. „Die Mücken sterben nicht direkt in der Falle“, berichtet Sauer. Man könne sie nicht in eine Tüte kippen, sondern müsste sie tiefkühlen. Das sei wichtig, weil sie zum Teil genetisch untersucht würden. Man sehe nicht immer auf Anhieb, um welche Arten es sich handle.

Gleichzeitig will Sauer auch selbst ins Gelände gehen und mit einer Art Staubsauger Mücken sammeln. „Ich werde etwa dreimal im Jahr vor Ort sein und mir Bruthabitate anschauen.“ Die Hilfe und Unterstützung der Inninger freut ihn sehr.

Sauers Forschungen sind Teil eines größeren Projekts. Es gehe um Ausbreitungskarten von Stechmücken und um die Übertragung von Krankheiten durch Mückenstiche. „Ich bin der Ökologe in dem Projekt.“

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