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Ortsdurchfahrt Inning

Diese Zahlen lügen nicht mehr

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Verkehrszählung - die aktuellen Zahlen liegen vor. Sie sind Grundlage für einen Lärmaktionsplan entlang der Inninger Ortsdurchfahrt.

Inning – Bürgermeister Walter Bleimaier hatte es in der letzten Gemeinderatssitzung vor den Ferien deutlich ausgesprochen: Die Verkehrszählung 2015 „war eindeutig falsch, da stimmte überhaupt nichts“. Insbesondere die Zählung im Schwerlastverkehr auf der Ortsdurchfahrt hatte Zweifel aufkommen lassen. Das Aufkommen wäre demnach von rund 470 auf rund 1000 im Tagesmittel angestiegen. Das ist falsch. Das Schwerverkehraufkommen ist in etwa gleich geblieben, dies belegt das neue Gutachten, dessen Ergebnis schon vor den Ferien vorlag und die Details nun auch. Unterm Strich bleibt es dabei: Der Gesamtverkehr auf der Staatsstraße, die mitten durch den Ort führt, hat um zehn bis 20 Prozent zugenommen. Der Schwerverkehr um etwa fünf Prozent. Da eine Verkehrsberuhigung oder Reduzierung auf der Staatsstraße kaum möglich ist, konzentriert sich die Gemeinde auf den Lärmschutz, inklusive eines so genannten Flüsterasphalts (wir berichteten). Um dies durchzusetzen – auch dazu braucht es Zahlen.

Die Verkehrszählung erfolgte an fünf Knotenpunkten der Ortsdurchfahrt mit elektronischen Zählgeräten manuell an einem Mittwoch im Juli. Zusätzlich erfolgte am nördlichen Ortsrand über drei Tage eine Video-Erfassung, unter anderem um detaillierte Aussagen zum Schwerverkehr tagsüber (6 bis 22 Uhr) und nachts (22 bis 6 Uhr) zu haben, wobei auch die Art des Schwerverkehrs (Lkw, Lastzug, Bus) dokumentiert wurde. Nachts ist demnach „nur“ 5,8 Prozent des Verkehrs, der tagsüber durch Inning führt, unterwegs. Der Anteil Schwerverkehr im Jahresmittel sei für eine Staatsstraße sogar relativ gering, schreibt Gutachter Professor Dr. Harald Kurzak. Den Anwohnern der kurvigen, zum Teil unübersichtlichen Ortsdurchfahrt ist dies allerdings mehr als genug.

13 095 Fahrzeuge sind es insgesamt im Tagesmittel tagsüber, 769 nachts. Am meisten zugenommen hat der Verkehr vor allem im Zentrum, an der Einmündung der Landsberger Straße auf die Hauptstraße. Den Befürwortern einer Tempo-30-Regelung ist die Wasser auf ihre Mühlen. Wie berichtet, will die Gemeinde einen Rechtsbeistand hinzuziehen, um in Inning möglich zu machen, was in Gräfelfing Realität ist, aber für die Ammerseegemeinde obwohl durchaus vergleichbar schon zweimal abgelehnt wurde.

Die neuen Zahlen dienen als Grundlage für einen Lärmaktionsplan, der zurzeit erstellt wird, nachdem eine Umgehungsstraße zweimal per Bürgerentscheid abgelehnt worden war. Das Verkehrskonzept, dass stattdessen in Angriff genommen werden sollte, ist ins Stocken geraten, da die Staatsstraße 2019 saniert werden soll und viele Maßnahmen erst im Zuge dieser Sanierung erfolgen können, zum Beispiel optische Fahrbahnverengungen oder Fahrradschutzstreifen. Auch Letztere finden nach der jüngsten Zählung im Juli ihre Berechtigung.. Im Mittel beider Fahrtrichtungen sind die meisten Radfahrer am Marktplatz (Nord/Süd), auf der Brucker und auf der Landsberger Straße unterwegs.

Im Frühjahr 2019 will das Staatliche Bauamt Weilheim mit der Fahrbahnsanierung beginnen. Die Gemeinde hat vorgeschlagen, damit im Süden anzufangen.

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