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Die Sanierung der Ortsdurchfahrt brennt den Inningern auf den Nägeln – rund 450 kamen zur Bürgerversammlung und waren nicht mit allem glücklich, was ihnen Ingenieur Benjamin Neudert erklärte.

Bürgerversammlung

Ortsdurchfahrt: Inning braucht 30 Monate gute Nerven

Rund 450 Zuhörer waren bei der Versammlung zum Ausbau der Ortsdurchfahrt in Inning. Kommt die Umgehung nun doch?

Inning – Tempo 30? Unwahrscheinlich. Zebrastreifen? Zu gefährlich. Dafür Flüsterasphalt, Radstreifen und eine Radstraße. Nachdem die Bürger sich zweimal gegen eine Entlastungsstraße für Inning entschieden haben, wird die Ortsdurchfahrt etwa zweieinhalb Jahre lang saniert – mit möglichen Vollsperrungen, Baustellenampeln und Umleitungen. In der eigens einberufenen Bürgerversammlung am Dienstagabend sahen sich einige darin bestätigt, dass die Sanierung nichts bringe, und ein Kritiker brachte die Umgehung wieder ins Gespräch. „Eines werden wir brauchen, das sind gute Nerven“, verkündete Bürgermeister Walter Bleimaier den 450 Inningern.

„Wir versuchen, während der Bauphase den Durchgangsverkehr mit Schildern umzuleiten“, versprach Benjamin Neudert vom beauftragten Ingenieurbüro. Bleimaier hoffte auf einen Baubeginn im Herbst. Der Spatenstich könnte sich bis ins Frühjahr 2020 hinauszögern, relativierte Raphael Zuber, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt in Weilheim.

Pläne für eine Strecke von 1,6 Kilometern

Überplant wird eine Strecke der Staatsstraße von 1,6 Kilometern Länge: vom Kreisel vor dem Edeka über die Herrschinger und Brucker Straße bis zur Anschluss an die A 96. „Wir können lediglich die Defizite einer bestehenden Straße korrigieren“, gab Neudert zu bedenken. Und der Wunschplan mit Fahrradstreifen und neuen Inseln scheitere teilweise an den Gegebenheiten oder am notwendigen Grunderwerb, erklärte der Rathauschef. Für die von einem Bürger angeregte Querung an der Mühlstraße fehle der Platz, weil die Häuser zu nah an die Straße gebaut seien. Da blieben keine sieben Meter. Inklusive Querung und Gehsteig brauche man aber knapp zwölf Meter Breite. Für Querungshilfen an anderen Stellen wollten Eigentümer nicht den notwendigen Grund verkaufen.

Auf der gesamten Strecke entstehen neben den zwei bereits vorhandenen Ampeln lediglich zwei neue Inseln. Die von einer Bürgerin vorgeschlagenen Zebrastreifen lehnte Kerstin Schempp vom Landratsamt konsequent ab. Dabei berief sie sich auf Einschätzungen der Polizei, die den aufgemalten Streifen für Fußgänger eine gefährliche „scheinbare Sicherheit“ zuschreibt. Denn laut Gesetz müsse der Autofahrer nicht anhalten. Damit brachte sie gleich mehrere Bürger gegen sich auf. Es fielen Sätze wie „Haben Sie schon einmal versucht, in Inning die Straße zu überqueren?“. Mit rund 12 000 Fahrzeugen in 24 Stunden ist die Ortsdurchfahrt Inning laut Zuber nach Starnberg (B 2, rund 36 000 Fahrzeuge) die am zweitstärksten befahrene Straße in Orten – gleichauf mit der Ortsdurchfahrt Gilching.

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Aufreger Nummer zwei war Tempo 30, für das Kerstin Schempp kaum Aussichten auf Erfolg sah. „Wir prüfen das noch“, versicherte die Landratsamtsvertreterin. „Es hat sich bewahrheitet, dass nicht gehalten wird, was uns versprochen wurde“, schimpfte eine Anwohnerin. Dann müsste doch die Umgehungsstraße wieder diskutiert werden, fand ein Bürger. „Weder die Kommune noch die Behörde haben irgendetwas versprochen“, wehrte der Bürgermeister diesen Vorwurf ab.

Michèle Kirner

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