Ortsumgehung Inning

Leserbrief: Tempo 30 statt Ortsumgehung

Von Mailin und Herrmann Zima aus Inning erreichte die Redaktion folgender Leserbrief zum Thema Ortsumgehung: Wenn man zu Fuß in Inning unterwegs ist, dann merkt man sehr schnell, hier muss etwas getan werden. An vielen Tagen läuft der Verkehr so "en passant" wie in vielen anderen Gemeinden in Deutschland auch. An anderen Tagen wiederum wird der Verkehr zur großen Belastung, vor allem dann, wenn das Wetter schön ist, und viele Menschen aus München, verständlicherweise, an unsere Seen wollen.

 Ein Lösungsgedanke für dieses Problem wäre nun eine Entlastungsstraße, die ja bekanntermaßen an einer anderen Stelle, innerhalb unseres Ortes, verlaufen würde. Nun ist jedoch dieser andere Ort (Wiesengrund mitten im Ort) hoch sensibel. Zum einen würde einer der schönsten Teile Innings (Ort) auf ewig von dieser monströsen Schnellstrasse zerstört, zum anderen beraubt sich Inning auf ewig einer moderaten Ortsentwicklung Richtung See, unbestritten der attraktivste Teil Innings. 

Desweiteren führt diese Schnellstraße dramatisch nahe an anderen Wohngebieten (zu beiden Seiten), unerträglich nahe am Kindergarten, an der Grundschule, am Kinderhort, sowie an den Sporteinrichtungen vorbei, (bitte vergleichen Sie dazu den Streckenverlauf). Dass diese Strasse eingefriedet wird, ist nur ein äußerst schwacher Trost, da sowohl Schallemissionen als auch Abgase dadurch nicht verschwinden.

Ein zusätzlicher Schall- und Abgasteppich entsteht, der an 300 Tagen (Westwind) Richtung Ortskern drängt. (Schallteppich)  Die Anwohner entlang der Schnellstraße, unsere Kindergartenkinder, Hortkinder, Schulkinder und Sportler hätten für immer diese Schnellstraße samt Lärm, Abgasen und Dreck vor Ihren Augen. Das kann keiner wollen. Außerdem stellt sich sowieso die große Frage, ob diese Entlastungsstraße dann tatsächlich die erhoffte Entlastung bringt.

Die Befürworter der Entlastungsstraße hoffen dies, jedoch viele Inninger Bürger sind zu Recht sehr sehr skeptisch, gibt es doch eine Vielzahl von Geschäften, Banken, Praxen, etliche Sportstätten, Lokale, Schulen, Kindergarten und Hort, den neuen Wertstoffhof, Anwohner, Besucher, einen Supermarkt, Lieferanten usw.,die weiterhin über die Inninger Hauptstraße angefahren werden (hausgemachter, eigener Inninger Verkehr). Es ist völlig unklar, ob die Entlastung dann von denen genutzt wird, für die sie gedacht ist. 

Die Besucher des Badegeländes Oberndorf z. B. werden eher Schleichwege nutzen, als die komplizierte Entlastungsstraße zu fahren. So ganz nebenbei würde der Bau der Straße einen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen, den erstmal die Gemeinde Inning schultern muss. Völlig offen ist, wie viel und wann Geld vom Bund zurückfließt, zumal die Dringlichkeit der Strasse, sehr zum Ärger der Befürworter, vom Ministerium deutlich zurückgestuft wurde. 

Grundsätzlich kann von einer Ortsentlastung auch nur dann die Rede sein, wenn alle Bürger einer Gemeinde entlastet werden bzw. bleiben. Bei der anvisierten Entlastungsstraße kommt es hingegen lediglich zu einer Verlagerung der Belastung auf eine andere Gruppe Menschen unseres Ortes. Dies führt nicht nur zu einer optischen Spaltung des Dorfes, sondern spaltet bereits heute die Gemüter der Menschen, was zu unabsehbar lange anhaltenden Auseinandersetzungen führt.

Die Lösung für beide Seiten: In Deutschland gibt es zwischenzeitlich viele Gemeinden die auf ihren Durchgangsstraßen (Staats- oder Bundesstraßen) sehr erfolgreich Tempo 30 eingeführt haben. Diese Gemeinden haben unter grosser Kraftanstrengung dieses Tempo 30 durchgesetzt. Zunächst wurde von der zuständigen Behörde der erste Antrag reflexhaft abgelehnt. Durch grosse Hartnäckigkeit der Bürger und Gemeindeverantwortlichen, wurde eine Tempo 30 Probezeit von einem Jahr durchgeführt. Die Ergebnisse waren äußerst positiv.

Die Gefahrenpotentiale bei Tempo 30 sinken signifikant. Der Lärm reduziert sich deutlich, die Abgasemissionen vermindern sich. Wichtig dabei ist lediglich eine funktionierende Verkehrsüberwachung (Blitzer). Alle sind sich einig/Wir sind überzeugt: Das ist die Lösung!! �� Lassen Sie uns bitte dieses Projekt Tempo 30 für Inning mit aller Kraft anschieben. 

Die gute Nachricht: Verkehrsminister Alexander Dobrinth möchte diesbezüglich sogar eine Gesetzesänderung anstoßen, zumal auch Rückenwind durch die EU aufkommt. Für mehr Informationen, auch Fernsehbeiträge, besuchen Sie bitte unsere Webseite www.unser-inning-erhalten.de. Auch die Umfahrung von Wessling (eine echte Umfahrung, weit von Wohngebieten, Kindergärten und Schulen entfernt) soll Ende 2016 fertig sein und wird uns Inningern helfen/entlasten. Bitte geben Sie uns Inningern, unseren Kindern und Kindeskindern die Chance Inning und seinen beliebten Wiesengrund zu behalten und stimmen Sie gegen diese "Entlastungsstraße". Viele Generationen werden es Ihnen danken.

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