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Ein skurriles Bild: Im Ampermoos auf Inninger Flur hat der Biber zahlreiche Pappeln „abgeringelt“. Die Bäume sterben vermutlich ab.

Pappeln angegriffen

Tote Bäume im Ampermoos: Spaziergänger trauen ihren Augen nicht

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Spaziergänger wie Monika Schüßler-Kafka und ihr Mann Peter Müller aus Inning trauten ihren Augen kaum, als sie die abgenagten Bäume im Ampermoos sahen. 

Inning – Der Biber scheint im Ampermoos sein Paradies gefunden zu haben. Anders als in Herrsching, wo die Biber ganze Bäume umnagen, haben die Tiere im Ampermoos über den Winter zahlreiche Pappeln abgeringelt. So nennt es der Experte, in dem Fall Luitpold Schneider, Diplom-Forstingenieur und Revierleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Andechs.

Schneider ist nicht nur Förster, sondern ehrenamtlich auch Biberberater. Mit seinem Beraterkollegen Franz Wimmer, den er zurzeit vertritt, hat er sich die Arbeit des „Bokert“, so der Fabelname des fleißigen Tiers, angeschaut. „Die Bäume sind tot“, sagt der Förster. „Im Moment macht der Biber aber nichts. Jetzt hat er andere Nahrung.“ Auf Baumrinde greife der geschützte Biber nur im Winter zurück. Zurzeit ernährt sich das Wildtier von frischem Grünzeug.

„Eigentlich ist der Biber ein tolles Wildtier“

„Eigentlich ist der Biber ein tolles Wildtier“, sagt Schneider. In Europa war er fast ausgestorben. Er wurde unter Schutz gestellt, hat sich erholt und besetzt mittlerweile alle Habitate, „flächendeckend in Bayern“, weiß Schneider. Auch an jedem See und Bach im Landkreis hat der Biber mittlerweile wieder ein Zuhause gefunden. Nicht immer zur Freude der Menschen. „Die Schäden sind schon extrem“, findet auch Schneider. Aber der Biber stehe noch immer unter Artenschutz, und so lange das so sei, bleibe er unangetastet. Und allein, dass eine Reihe Bäume absterbe, führe noch nicht dazu, daran etwas zu ändern. Da gebe es ganz andere Konflikte, zum Beispiel mit der Landwirtschaft, sagt der Förster.

„Wir müssen eine Lösung finden, wie der Biber bei uns leben kann“, sagt Schneider. Die sechs Biberberater stehen in Kontakt und beobachten genau. Aus anderen Landkreises wisse Schneider, dass Biber auch „entnommen“ wurden. Dieser Maßnahme gehe eine naturschutzrechtliche Beurteilung voraus. „Wenn der Biber nur Bäume annagt, ist das kein Grund“. Eher würden woanders im Kreis Maßnahmen ergriffen als im Ampermoos. „Vielleicht müssen wir uns an solche Anblicke gewöhnen“, sagt Alexander Wimmer vom Bauamt in Inning. Das Ampermoos ist ein Biberhabitat, und der Mensch hat verlernt, wie es ist, mit den Bibern zu leben.

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