+
Mit neuester Technik ist der neue Sitzungssaal ausgestattet. Mit dem neuen Anbau wurde es möglich, dass es erstmals überhaupt einen Sitzungssaal im Rathaus Inning gibt.

Gemeinderat Inning

Premiere im neuen Sitzungssaal 

  • schließen

Mit einem Glas Prosecco wurden am Dienstag die Besucher der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Inninger Rathaussitzungssaal begrüßt. Die Freude über die neuen Räumlichkeiten stand auch den Gemeinderäten ins Gesicht geschrieben.

Inning – Jahrelang mussten sie ins Haus der Vereine ausweichen. Und jeder, der eine der Sitzungen dort einmal besucht hat, weiß – im Winter konnte es dort sehr frostig werden. Nicht selten saßen vor allem die weiblichen Mitglieder mit Jacke und Schal an ihrem Platz. Der neue Saal im Rathaus war am Dienstag wohl temperiert und verfügt bei heißen Debatten in den Sommermonaten auch über eine Klimaanlage. Die ehemalige SPD-Gemeinderätin Jutta Göbber, die allen Inningern auch als Heimatforscherin bekannt ist, empfing ihre Nachfolger zur Premiere mit einem historischen Foto aus dem Jahr 1952 – als Beweis dafür, dass in Inning schon immer improvisiert werden musste. 1952 war der Großvater der aktuellen zweiten Bürgermeisterin, Monika Schüßler-Kafka, Bürgermeister. Einen Sitzungssaal gab es auch zu der Zeit nicht. Ludwig Schüßler versammelte sich mit seinen Gemeinderäten rund um den Schreibtisch der beiden Gemeindeangestellten in der Kanzlei.

Die Geschichte des heutigen Rathauses ist eine bewegte Geschichte. Bevor die Gemeinde das Bauernhaus gekauft hat, hatte die Bauernfamilie dort, wo nun der neue Sitzungssaal ist, ihr Wohnzimmer. 1906 zog die Gemeindekanzlei in den Raum ein. Einen eigenen Sitzungssaal gab es eigentlich nie, denn im übrigen Haus waren nach 1906 noch ein Schulmädchensaal, eine Lehrerwohnung und sechs Armenzimmer untergebracht.

1948 musste die Gemeindekanzlei aufgrund der allgemeinen Wohnungsnot in den ersten Stock umziehen. Und die zwei Sekretärinnen mussten, wie schon erwähnt, bei Bedarf ihren Schreibtisch räumen, damit sich der Gemeinderat um ihn herum setzen konnte. Im Erdgeschoss wurde der Caritas-Kindergarten untergebracht. Erst 1975 zog der Gemeinderat in den damaligen Sitzungssaal, ins Feuerwehrhaus. Als dieser zu klein wurde, wechselte der Gemeinderat ins Haus der Vereine. Der Saal im Feuerwehrhaus ist heute Gemeindearchiv und damit das Reich von Jutta Göbber und ihren Heimatforscher-Kollegen.

Die pensionierte Lehrerin hat noch viel mehr zu erzählen über die Geschichte des Rathauses. Sie freut sich deshalb schon auf den Tag der offenen Tür, mit dem Bürgermeister Walter Bleimaier den Rathausanbau im Frühsommer offiziell einweihen möchte. Jutta Göbber wird parallel dazu ihr Archiv öffnen und eine Ausstellung über das Rathaus zeigen.  grä

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Eingestürztes Gerüst - offenbar ein Materialfehler
Ein Materialfehler ist offenbar Ursache für das umgefallene Gerüst in Starnberg. Die Polizei ermittelt nicht weiter.
Eingestürztes Gerüst - offenbar ein Materialfehler
Der Imker, Museumswärter und Waldbesitzer
Vor genau 55 Jahren hat Peter Lederer in der Gemeinde Tutzing seinen Dienst begonnen. Sein ganzes Berufsleben ist er ihr treu geblieben, die Laufbahn führte ihn bis an …
Der Imker, Museumswärter und Waldbesitzer
Mann versucht Mofa zu stehlen - und kommt nicht weit
Ein unbekannter Täter ist in Söcking an einer Hofeinfahrt zwei Zeugen aufgefallen. Sie nahmen die Verfolgung auf.
Mann versucht Mofa zu stehlen - und kommt nicht weit
Bis zum Neubau unter Beobachtung
Die Brücken im Landkreis sind zum größten Teil in einem akzeptablen bis guten Zustand. Einige jedoch stehen unter besonderer Beobachtung, Neubaupläne laufen. Dazu …
Bis zum Neubau unter Beobachtung

Kommentare