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Laden ein zu einem Aktionsabend in Stegen und Eching: Ingo Hemsing, Rainer Jünger, Tobias Schürer, Matthias Krapf, Oliver C. Grüner und Philipp Wagner (v.l.n.r.) von der Initiative „Mückenplage – Nein, danke!“.

Protestspaziergang

Aktionsabend gegen Mückenplage

Die Initiative „Mückenplage  - Nein, danke!“ lädt für Freitag zu einem Aktionsabend ein, der in Stegen am Ammersee beginnt und in Eching endet. Ein Protestmarsch, von dem sich die Organisatoren noch mehr Unterstützung erhoffen.

Stegen/Eching – Nachdem die Initiative „Mückenplage – Nein, danke!“ bereits über 4000 Unterschriften gesammelt hat, findet am Freitag, 14. Juli, ein großer Aktionsabend statt, zu dem alle Mücken-geplagten Bürger eingeladen sind. Treffpunkt ist um 18 Uhr in Stegen am Dampfersteg. Von hier geht ein Spaziergang vorbei an den Brutgebieten im Ampermoos zum Gasthof Eberhardt in Eching, wo die Kundgebung stattfindet. Die Organisatoren nennen den Weg nach Eching „Spaziergang“, aber es sei eigentlich ein Protestmarsch, wie Rainer Jünger und Oliver C. Grüner meinen. Man wolle gegenüber der ablehnenden Haltung vieler Bürgermeister und Gemeinderäte im Fünfseenland ein Zeichen setzen. Es gehe nicht an, dass die Lokalpolitik den dringenden Wunsch der Bürger ignoriere, endlich etwas gegen die sommerliche Mückenplage zu unternehmen.

Zwei Bürgermeister sind immerhin schon an Bord: Siegfried Luge (Eching) und Christian Schiller (Herrsching). Sie werden bei der Kundgebung ebenso dabei sein wie der Landtagsabgeordnete Alex Dorow und Landsbergs Landrat Thomas Eichinger. Letzterer befürwortet nicht nur die Bemühungen der Initiative, er hat auch Geld locker gemacht für ein wissenschaftlich begleitetes Mücken-Monitoring am Ammersee. Mit speziellen Mückenfallen in den Überschwemmungsgebieten werden eine Saison lang Plagegeister gefangen, um akribisch untersucht zu werden. Positiv zu einer umweltschonenden Mückenbekämpfung mit dem BTI-Eiweiß hat sich auch Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf bei einem Besuch in Schondorf geäußert. Am Chiemsee habe sich die Methode ohne Folgen für die Umwelt bewährt.

Dass das BTI-Eiweiß nur bei Mücken wirkt, für andere Tiere und auch für den Menschen ungefährlich ist, wollen Rainer Jünger und seine Mitstreiter bei der Kundgebung demonstrieren und ein paar Schlucke coram publico zu sich nehmen. Die Wirkungsweise von BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) wird Biologe Mathias Galm erklären. Er ist Mückenfachmann der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ im Bereich der Oberrheinebene. Der gemeinnützige Verein gilt als weltweit kompetent in der Anwendung moderner biologischer und umweltschonender Methoden zur Stechmückenbekämpfung.

In Überschwemmungsflächen wie um Stegen und Eching liegen bis zu 50 000 Mückeneier pro Quadratmeter. Sobald sich hier Pfützen bilden, reifen die Eier innerhalb von sieben bis zehn Tagen zu Stechmücken heran. Jede dieser Mücken legt – nach erfolgreicher Blutmahlzeit – wiederum bis zu 800 Eier. Die Initiatoren von „Mückenplage – Nein, danke!“ wollen sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass es in den kommenden Jahren besser wird. Sollten übrigens die Mücken den Spaziergang von Stegen nach Eching und die dortige Kundgebung stören, wird es ein probates Gegenmittel geben: Die Initiative verteilt speziell für den Abend angefertigte Mückenklatschen.

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