Kommentar zum Bürgerentscheid in Inning

Kommentar: Die Rechtslage und die Moral

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Inning - Was ist mit denjenigen, die bereits vor Bekanntwerden der Kartenfälschung in Inning ihre Stimme per Briefwahl abgegeben haben?

In der Haut derjenigen, die entscheiden müssen, ob der Bürgerentscheid in Inning anfechtbar ist oder nicht, möchte man nicht stecken. Auch wenn die Rechtslage klar sein sollte, bleiben moralische Zweifel.

Natürlich kann man sagen, dass vor jeder Wahl gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Weite Teile Ostdeutschlands warten auch heute noch auf die blühenden Landschaften, die Altkanzler Kohl 1990 im Wahlkampf in Aussicht stellte.

Es ist – völlig unabhängig von der juristischen Beurteilung – diese eine Frage, die einem im Kopf rumort: Was geht in denjenigen vor, die bereits ihre Briefwahlunterlagen ausgefüllt zurückgeschickt haben und sich nun aufgrund der neuen Faktenlage anders entscheiden würden?

Die haben höchstwahrscheinlich Pech gehabt. Ob das ein Ruhmesblatt für das demokratischen System ist, darf bezweifelt werden. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein Bummel am Wahltag ins Wahllokal durchaus seinen Vorteil hat. Denn so kann man sich bis zum letzten Moment seine Meinung bilden.

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