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Wunschteam: Bürgermeister Walter Bleimaier (Mitte) freut sich über die Wiederwahl seiner Stellvertreter, Monika Schüßler-Kafka und Hubert Vögele.

Kein Nachfolger für Jürgen Hatz gefunden

Referate in konstituierender Sitzung verteilt: Wer kümmert sich nun um Innings Vereine?

  • vonAndrea Gräpel
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In Innings konstituierender Gemeinderatssitzung  wurden die Referate neu verteilt. Für den Bereich Vereine und Sport fand sich jedoch kein Nachfolger für Jürgen Hatz. Bei der Besetzung der Ausschüsse ging genau einer der neuen Gemeinderäten leer aus.

Inning – So hat es sich Innings Bürgermeister Walter Bleimaier gewünscht: Seine Stellvertreter der vergangenen sechs Jahre bleiben an seiner Seite. Sowohl Monika Schüßler-Kafka (FW, Zweite Bürgermeisterin) als auch Hubert Vögele (Grüne, Dritter Bürgermeister) wurden in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats am Dienstag mehrheitlich in ihren Ämtern bestätigt. Dass allerdings mit fünf neuen Ratskollegen auch ein neuer Zungenschlag einziehen kann, bewies Dr. Ajay Singh wortreich und mit mehreren Anträgen.

Der Physiker und Unternehmensberater Singh ist für den gerade erst wiederbelebten neuen FDP-Ortsverband ins Gremium eingezogen. Ein Einzelkämpfer bislang, der nicht der Ausschussgemeinschaft von Freiem Bürgerblock (FBB) und SPD angehört und deshalb bei der Verteilung der Ausschusssitze leer ausging. Dafür kümmert er sich künftig um das von ihm beantragte neue Referat „Corona-Folgen“.

Referat für Vereine und Kultur bleibt vorerst unbesetzt

Insgesamt gibt es in der neuen Wahlperiode 15 Referate. Ausgerechnet ein nach ihren Wahlaussagen für alle Gemeinderäte wichtiges Referat jedoch bleibt erst mal noch unbesetzt: das Referat Vereine und Kultur.

Welch große Lücke Jürgen Hatz im Inninger Gemeinderat hinterlassen hat, wurde am Dienstagabend offensichtlich. In den sechs Jahren, in denen er im Ratsgremium die Bürgerinitiative für Innings Zukunft (BIZ) vertrat, war er zum wichtigen Bindeglied zwischen den mehr als 50 Vereinen und der Gemeinde geworden. Ohne ihn säße der Sportverein möglicherweise ohne neuen Vorstand da. Bleimaier wünschte sich den geschickten Moderator am Dienstag herbei, „der hätte sicher jemanden gefunden, der es macht“. Hatz hatte sich aber nicht mehr zur Wahl gestellt. Und die beiden BIZ-Gemeinderäte Katrin Nicolodi und Rainer Wörl lehnten dankend ab. Zum Entsetzen aller anderen Gemeinderäte, die diese Absage laut staunend vernahmen.

Das Gremium hatte offensichtlich fest damit gerechnet, dass dieses so wichtig gewordene Referat Vereine und Kultur von einem der beiden BIZ-Vertreter besetzt wird. Nicht von ungefähr, denn es gibt einen guten Grund zu dieser Annahme, der schwarz auf weiß bei der Initiative nachzulesen ist. Mit stolz verwiesen sie auf ihren Wahlflyern und aktuell auch noch heute im Internet auf diese „Zusatzaufgabe“, die Hatz „auf neue Beine gestellt“ habe. „Diesem Anspruch wollen wir auch weiterhin gerecht werden und stellen uns hiermit für das Referat Vereine und Kultur in Inning am Ammersee zur Verfügung“, heißt es auf der Internetseite. Geschrieben worden war dies im Februar dieses Jahres.

Quer durch die Bank sichtlich überrascht, war der neue Gemeinderat am Dienstag so schnell nicht in der Lage, eine Lösung zu finden. Vögele war es, der vorschlug, das Thema bis zur nächsten Sitzung am 26. Mai zu vertagen. Die Fraktionen hätten dann noch mal Zeit, über eine geeignete Hatz-Nachfolge nachzudenken. Denn „zwingen kann man ja niemanden“, wie auch Barbara Wanzke (Grüne) meinte.

Bei der Neubesetzung der Ausschüsse blieb, wie erwähnt, lediglich Singh unberücksichtigt. Mit seinem Vorstoß, die Mitgliederzahl auf acht zu erhöhen, hatte er gehofft, einen Sitz ergattern zu können. Aber selbst dann, wäre er nach dem komplizierten Hare-Niemeyer-Verfahren leer ausgegangen, rechnete Innings Geschäftsleitender Beamter Jürgen Hafner vor. Der zusätzliche Sitz wäre dieser Rechnung nach der CSU zugefallen. Da niemand sonst die Anzahl der Ausschussmitglieder in Frage stellte, bleibt es bei sieben – ohne FDP.

Höherer Verfügungsbetrag für Bürgermeister 

Neu festgesetzt wurde der Verfügungsbetrag des Bürgermeisters. Mehr auf Wunsch der Verwaltung als auf Bleimaiers darf er im Einzelfall künftig über 20 000 Euro entscheiden. Vorher waren es 12 000 Euro. „Je höher der Betrag, desto einfacher macht ihr es uns“, sagte Hafner. Neu festgelegt wurde am Dienstag auch die Höhe des Sitzungsgeldes. Bislang gab es 40 Euro für Sitzungen der Beschluss-Gremien und 30 Euro für beratende. Künftig gibt es keinen Unterschied mehr zwischen beschließend und beratend, und jeder teilnehmende Gemeinderat erhält eine Entschädigung in Höhe von 50 Euro. Für die technische Ausrüstung der zunehmend digitalisierten Verwaltung und Sitzungsvorbereitung erhält jedes Gemeinderatsmitglied wie gehabt eine für die Wahlperiode einmalige Pauschale in Höhe von 300 Euro.

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